„Dort," bemerkte Agathe, „steigt eben das bläuliche Wölkchen in die Lust, welches die Ankunft des Dampfbootes verkündet. Die Freundinnen hatten kaum den Landungsplatz' erreicht, als die zierliche Gestatt des Schiffes in anmuthiger Wendung sich dem Ufer nabele. Unter den Letzten der herausströmenden Menge war auch Conring mit seiner Familie. Er trug seine Frau mehr als er sie führte; sie sah ungewöhnlich angegriffen und bleich aus, begrüßte matt ihre beiden Hausgenvssinne», und wankte weiter, den Schloßhügel hinauf. Die Kinder folgten; alle trugen mehr oder minder sichtbare Zeichen der Müdigkeit an sich, ja Lina und Paul wurden noch schlafend ans Ilfer getragen. Lina ging in die Arme einer Dienerin über, die sich am Landungsplätze eingefunden hatte, doch der lustige Paul war, nachdem er sich einige Male die Augen gerieben hatte, ganz wach, und warf sich fröhlich seiner Jda in die Arme. Diese küßte ihn mit Zärtlichkeit und sagte: „Komm, Paulchen, wir wollen Dich den Schloßberg hinauf tragen!" Das Kind sah sie erstarrt an, und wandte suchend die noch etwas steife» Auge» nach der Seite, um zu entdecken, wer sonst noch mit dem Wir gemeint sein könne. Jda hatte indeß ihre eine Hand mit der nahen Agathens verflochten, und fuhr fort: „Nun, spring auf, Paul! Hast Du im Schlaf Dein liebstes Vergnüge» vergessen? Drain, Drain, Drittchen, wie Du eS nennst, Engelchen, wie ich sage!" Paul sah noch immer auf Agathe; ganz verblüfft, doch wagte er keine Widerrede, setzte sich auf die verschlungenen Hände der Freundinnen, schivankte indeß immer auf Jdas Seite herüber und hielt sich nur an ihr.
„In die Mitte mußt Du Dich setzen, Schätzchen," ermähnte Jda, „sonst kann ichs nicht aushalten und lasse Dich fallen!"
Der Kleine sah mißtrauisch an Agathe in die Höhe, diese blickte ihn freundlich an und sagte sanft: „Wolltest Du es Deiner Jda wohl schwer machen?"
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