Größe, ein einfaches, edles Auftreten, ein ernstes Gesicht, von einem Paar Augen belebt, die Gemüth und Tiefst»» auSsprachcn, oft aber einen gebieterischen Ausdruck hatten, dies Alles verstärkte den Eindruck, den Alt- ners lebendige Rede auf jeden Unbefangnen hervorbrachte.
Der junge Lehrer hatte sich schnell der Familie angeschlossen, auch die neuen, festeren Einrichtungen, die Agathens Kommen brachte, waren ihm angenehm. Agathe selbst blendete ihn, noch war er nicht mit sich selbst einig, ob sie nur eine glänzende Erscheinung, oder ein wirklich reichbegabtes, liebenswürdiges Wesen sei, fähig auf die Länge anzuziehen, wahrhaft zu beglücken. Er nahm sich vor, das zu erforschen, und nahete sich deshalb Agathe, so oft eS paffend und möglich war.
Bei den noch schönen Tagen wurden vielfach mit den sämmtlichen Kindern Spiele im Freien vorgenommen, man holte die Reisen wieder, und belustigte sich eine Zeitlang damit, da fragte Agathe nach Federbällen.
„Ja, ja, wir haben Alles Rötbige dazu," rief Therese, „die Du- chalon hat ein solches Spiel angeschafft, ich weiß, wo es liegt, ich hole es."
Alle versuchten sich darin, zeigten sich aber als Anfänger, nur Agathe und Altner waren wirkliche Virtuosen in dieser Kunst. Alle feierte» und bildete» einen bewundernden Kreis um die Spieler. In der That, es war ein Vergnügen die beide» schlanke», schnellkräftige» Gestalten sich umgaukeln zu sehen, wie sie die Raketen schwangen, wie sie das leichte Bällchen mit nie fehlender Sicherheit einander zusendend, hoch in die Lüfte schleuderten, und es hinüber und herüber trieben.
Endlich unterbrach MalwinaS schüchterne Stimme die Ausrufe allgemeiner Bewunderung: „Aber, Fräulein Agathe, haben Sie uns nicht versprochen, Therese und mir, mit u»S auf die Bergspitze über dem Schlosse zu gehen, um den Aufgang des Mondes zu betrachten?"
Agathe streckte ermüdet die Hand. „Ja, wohl, liebeö Mädchen, Dank, daß Du mich mahnst! ES ist Zeit!"
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