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der kürzlich aus Paris in hiesiger Residenz angekommen sei, Herr Brunetti, ehemaliger Balletmeister und Lehrer der höhren Tanzkunst, welcher für hohe Preise Tanzunterricht gebe, auch Tänzer und Tänzerinnen fürs Ballet bilde. Ich mußte mich damit beruhigen, gedachte aber stets, wenn ich bei diesem Hause vorbeiging, oder wenn die helle Fenstcrreihe mein Auge traf, mit einem besonders bedauerlichem Interesse der armen Geschöpfe, die dort ihre Glieder zu unnatürlicher Biegsamkeit verrenken müßten, um später die Augen der neugierigen Menge zu ergötzen, und die auf diese Weise einem schönern und edlern Wirkungskreise verloren gingen — da führte mich ein Geschäft eben zu jener Bekannten, die in demselben Hause wohnte. Sie drang in mich, den Abend bei ihr zu bleiben, und da ich sehr ungern von Haus bin, so sagte ich nur für ein Stündchen zu. Sie führte mich in ihr Boudoir, und wir hatten unS kaum auf dem Divan niedergelassen, als eS im anstoßenden Zimmer lebhaft zu werden anfing. „Ach, ich vergaß," rief die Wirthin lachend, „daß die Tanzstunde angeht; da müssen wir uns freilich in meine Wohnstube zurückziehen; denn Signor Brunetti giebt seine Tanzbefehle so laut, daß ein etwas Eingeweihter, ohne ihn zu sehen, sie hier nachtanze» könnte, und daS hätte obendrein den Bortheil, daß man den Tadel, womit er sehr freigebig ist, ja seine ächt südlichen Zornausbrüche nicht auf sich zu beziehen brauchte. Doch vielleicht, unterbrach sie sich selbst, macht es Ihnen für kurze Zeit Vergnügen, solch' eine Tragicomödie aufführen zu hören?" Ich bejahte, da sie selbst es zu wünschen schien, und hörte ohne Interesse die Unterweisungen des Tanzlehrers, jedoch mit lebhaftem Antheil die scheltenden, heftigen Worte, die er an eine gewisse Adelaide richtete. Diese war entßtee, opiniätre, gauche a faire peur, insensee. böte, imbecile, und was weiß ich's? Ja, es schien, als wenn der erzürnte Lehrer es. nicht allein bei Worten ließe, als wenn er ihnen auch thätlichen Nachdruck hinzufügte. Ich fragte jene Dame, als wir die Nähe des Schlacht-

