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selbes verlassen hatten, ob sie wisse, wer jene Adelaibe sei, ob sie eine solche Behandlung verdiene, und ob sie dieselbe sich ohne Weiteres ge­fallen lasse? Verdienen muß sie dieselbe wohl, erwiderte die Wirthin, da sie mit dem Ungeschick wirklich bösen Willen oder Abneigung gegen die schöne Kunst des Signor Brunetti zu verbinden scheint; ertragen muß sie das Alles aber ohne Frage, da der Tanzlehrer ihr Vater ist! DaS war übel; denn wie kann man ein Kind seinem Vater wider dessen Willen entreißen? Und zudeni einem Künstler, welcher Ruhm und Euverb von demselben hofft? Aber wenn man ihm diese Hoffnung als nichtig er­weisen könnte? Durch öftere Besuche bei jener Dame und sonstige Nach­forschungen gelang es mir, tiefere Einsicht in die Verhältnisse, auch sogar Persönliche Anschauung der Betreffenden zu gewinnen. Brunetti, ein handwerksmäßig guter Tänzer, hat sich früher m halsbrechenden Sprüngen und verrenkenden Kraftanstrengungen ausgezeichnet, ohne je das Seelen- volle seiner Kunst zu erfassen; in gleicher Weise dressirt er nun auch seine Schüler. Er will durchaus seine Tochter Adelaide zu einer großen Tän­zerin bilden; aber dieser Plan, der unermeßlichen Gewinn verheißt, will ihm gar nicht gelingen, da das junge Mädchen einen heftigen Widerwillen gegen daS Tanzen überhaupt, und vorzüglich gegen daö öffentliche Tanzen hat. Wieviel von dieser Abneigung in einem Mangel an Talent ihren Grund hat, kann ich nicht beurtheilen, indeß ist soviel wahr, daß ihr Aeußeres ihr keine großen Erfolge verspricht. Ich habe sie mehrmals gesehen, eS ist ein schmächtiges, aufgeschossenes Geschöpf von etwa drei­zehn bis vierzehn Jahre», von schwächlichem Aussehen: bleich, mit scheuen, unheimlich flackernden, dunkeln Augen, einer kühnen Nase, zusammenge­kniffenem Munde und einer schwankenden, gebeugten Haltung. Mehrmals bin ich ihr begegnet, habe sie freundlich gegrüßt, angeredet, jedoch ihr kein Wort entlocken können. Da kam mir, wie gerufen, ein Auftrag aus der Ferne, mich bei Brunetti nach der Länge seines Aufenthalts, Aurora. I g