Von dieser Zeit an kam kein Zweifel an die Wirklichkeit ihres veränderten Lebens mehr in ihre Seele, sie war sanft und geduldig, klagte fast nie, sondern lächelte nur über ihre Schwäche, und nahm dankbar jede Hülfleistung an.
Regine entschloß sich jetzt, auf lebhaftes Drängen ihres Bruders, einen Ausflug nach Borch zu machen, um sich nach den vielen Mühen zu erfrischen, auch um den Anforderungen deö Inspektors zu genügen, der die Anwesenheit der Herrin für höchst nöthig erklärte. Sie überließ die fernere Aufsicht und Pflege der Reconvalescentin, der sanften, erfahrenen Magdalene und ihrem Bruder, und fuhr mit Angelika und den beiden jungen Leuten, die eben Ferien hatten, hinaus.
Schnell und fröhlich ward die Reise zurückgelegt; unerwartet kamen die Reisenden an; nur die Jnspektorin und einige Dienende waren da, sie zu bewillkommnen; da eilte Antonie schnellen Laufes aus dem Garten herbei, die Hände voll Blumen, die Schürze voll Obst. In einem Nu war sie am Wagen, und überschüttete die Ankommenden mit ihren Gaben, ihren Freudenbezeugungen. Noch niehrere Bewohner des Schlosses eilten herbei, die Reisenden stiegen aus; nach einer Erfrischung, die Antonie auftrug, und die Alte in gemeinsamer Lust einnahmen, zerstreuten sie sich. Da wandte sich Regine zu Antonie und sagte, indem sie ihr tief in die Augen sah: „Mit Dir ist eine staunenswerthe Veränderung vorgegangen, mein Kind! Dein Gesicht hat eine frische Farbe, eine Lebendigkeit des Mienenspiels gewonnen, Dein Auge einen hellen Strahl, Dein Gang eine elastische Leichtigkeit, wie ich es nicht für möglich gehalten. Woher da? Alles?"
AntonienS Antlitz überzog eine tiefe Rothe, ihr Auge sank für einen Moment zur Erde, dann schlug sie <S ermuthigt und vec-trauenSvoll wieder auf, sah Regine hell an und sagte: „Weil ich glücklich bin. Es ist hier so schön, Alle sind so gut gegen mich, Alles was ich thue, ist Freude.
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