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War es die erschütternde und umstürzende Gewalt der Krankheit, oder daS ganz andere Leben, welches sie jetzt umgab sie ging als eine durchaus Neue aus dieser Epoche hervor. Als ein aufgeschossenes, schwaches Kind, von schwankender Haltung, verzerrten Zügen, gesenktem Haupte, scheuem, trotzigem Wesen war sie bisher erschienen, jetzt trat sie dem Beschauer als eine zarte, aber hohe Jungfrau entgegen, von regelmäßiger, edler Bildung, einer feinen Blässe, großen, seelenvollen Augen. Eine rührende Freude zeigte sie bei jeder Lieblichkeit ihrer neuen Lage, die sie mit Feinheit und Scharfsinn fand und hervorhob! ihre Dankbarkeit gegen Regine und deren Bruder trat in der Form kindlicher Anhänglichkeit und Abhängigkeit auf; dennoch war ein hoher Ernst in ihrem Wesen vor­herrschend ; er gab ihr das Ansehen, älter zu sein, als sie war, und ver­lieh ihr eine Erhabenheit, welche allen Andre» imponirte, obgleich Adelaide weit entfernt war, sich über eins der Kinder im Hause der Mutter zu stellen, sondern, ihres Mangels an Kenntniß und Bildung wohl bewußt, aus allen Kräften strebte, zu lernen und fortzuschreiten.

Schon während ihrer Krankheit und Genesung war ihr der Christen­glaube als ein mildtröstender Genius von ihren Wohlthätern und Mag- dalene nahe gebracht worden, jetzt drang sie eifrig sowohl in seine Lehre als seine Geschichte ei».

Wohl sind alle Menschenherzen für das göttliche Evangelium ge­schaffen, alle Augen bereitet, sein Licht zu trinken und selig darin zu sein jede Menschenseele ist eine ahnende Christin, sagte jener Weise dennoch giebt es Auserwählte, die darnach, wenn auch unbewußt, ge­schmachtet zu haben scheinen, bei denen nian nichts hinwegzuräumen hat, sie nicht zu gewinnen braucht, die mit einer Sympathie, aus der Be­geisterung wird, das Wort erfassen und sich aneignen. Sie sitzen augenblicklich als Erwählerinnen des besten Theils zu Jesu Füßen, ihm