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Regine veranlaßte ihn bald, die Ergebnisse seiner Studien, seine Ent­würfe, seine mehr oder minder vollendeten Bilder vor der HauSgenossen- schaft auszustellen, damit Eindrücke sich bildeten, Urtheile laut würden, auch hielt sie die ihrigen keineswegs zurück. Dies und Jenes hatte sie oder ihr Bruder auszusetzen, doch war sie mit Hilmars Fortschritten im Technischen und seiner Aussassungsweise, vorzüglich aber mit der Wahl seiner Sujets sehr zufrieden.Die Schule, die Du besucht hast, mein Sohn," sagte sie,neigt sich vorzüglich zur biblischen und Historien- Malerei, und eS ist natürlich, daß Du dieser Tendenz auch gefolgt bist; aber es ist nicht blos Nachahmung und Schlendrian, was aus diesem Bilde hier spricht." Sie deutete zugleich auf den Entwurf eines größeren BildeS: Christus mit Maria und Martha;es ist ein inniges Gefühl fürs Heilige darin."

Der Direktor," sagte Hilmar bescheiden,hat eS gelobt, er fand vorzüglich die Maria gelungen; ich war damals seiner Meinung, doch jetzt nicht mehr! Jetzt," fuhr er leiser fort, und warf einen verstohlnen Blick auf Adelheid,jetzt wüßte ich eine bessere Jüngerin an diese Stelle zu setzen!"

DaS ist Dir unverwehrt," entgegnete Regine harmlos,ja Du kannst uns Alle malen, wenn es Dir gefällt. Keiner darf sich weigern, Dir zu sitzen."

Jetzt enthüllte der junge Künstler einen historischen Entwurf, Luther aus dem Reichstage zu WormS, als er eben seine Rede mit den Worten endet:Hier stehe ich, ich kann nicht anderS; Gott helfe mir!" Die Blannichfaltigkeit und schöne Gruppirung der Gestalten ward allgemein anerkannt, doch fand Regine die Hauptfigur zu sehr idealisirt.Die knorrige Gestalt und das kraftvolle, ächt deutsche Gesicht unsers großen Reformators bast Du der Schönheit aufgeopfert, Hilmar; doch dieser Fehler ist einem Jüngling zu verzeihen."