der Geliebten schreiben dürfe. „Gewiß," versicherte Regine, „Euer Briefwechsel wird gcinz frei sein!"
Bald schied Hilmar, und seine Abreise ließ eine sehr fühlbare Leere in dein sonst so belebten Familienkreise zurück. Adelheid war blaß und still, sie versenkte sich in allerlei Studien, die sie angefangen, zeichnete
auch fleißig nach den Vorschriften, die ihr Hilmar hinterlassen. Alle
Andern sahen schwermüthig auS, selbst die beiden kleinen Buben sprangen und jauchzten nicht wie sonst, hatten lange Gesichter und meinten, etwas länger hätte der Hilmar wohl bleiben können, am liebsten iminer.
Nur Regine allein hatte ihre frühere Miene beibehalten, sie lächelte eben so oft wie sonst, und ging in ihrer gewöhnlichen Thätigkeit ihren
Weg fort. „Diesmal begreife ich Dich gar nicht, Regine," sprach eine-
Abends ihr Bruder nicht ohne einen Anflug von übler Laune zu ihr, „Jedermann läßt die Obren hängen, weil der wackere Junge, der Hilmar. fort ist, selbst ich, der ich doch in so manchen Stürmen meinen festen Bau bewährt habe, kann meinen alltäglichen, frischen Humor nicht wieder finden und schleiche umher wie Einer, der'S Kanonenfieber hat! Du allein spielst die Unverwundbare, gehst so gerade einher, als wärest Du den Dreißigen so nahe, wie Du den SechSzigen bist! Sage mir, ficht Dich denn nichts in der Welt an?"
„O ja," erwiderte Regine lächelnd, „ich fühle alles, was Ihr fühlet; aber ich habe in der andern Wagschale daS Gegengewicht, welches mich wieder inS Gleiche bringt, und keinerlei Druck und Jammer aufkommen läßt, das ist mein Gewerbe. Eine Helferin kann nicht traurig sein!"
„Ein ganz hübscher Gewinn, der," murmelte der Major, „nur ich kann mich dessen nicht rühmen, und schlage Dir vor, jetzt zu thun, waö Du schon lange von mir gewünscht hast, und wozu ich mich nie verstehen wollte; ich will Angelika nach Wien bringen, daß sie sich in der
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