bildete Adelheid von Wingold, die einzige Erbin großer Reichthümer zu seiner Göttin zu machen. Doch wurden diese Pläne nicht zur Wirklichkeit.
Kaum war er einige Tage dagewesen, so trat der Major einst mit mißlichem Gesicht zu seiner Schwester ein, setzte sich zu ihr und sagte, rasch HerauSstoßend: „Regine, meine Tochter bekommt der Bursch, der Hilmar nicht! ES wird Dich kranken; denn Du hast Dein Herz an den Jungen gehängt, und mein armeS Mädchen dauert mich auch, daß ich ihr den schönen Btann, den sie so lange lieb gehabt, wieder wegnehmen muß; aber ich muß!"
„Warum?" fragte Regine bedenklich.
„Der Junge," fuhr der Vater fort, „ist gewandt und angenehm; aber er war früher besser. Er wollte sonst das Erhabene, das Heilige in schöner Form darstellen, jetzt will er die schöne Form allein; die Idee ist ihm verloren gegangen, Italien ist ihm ein Capua geworden, wie manchem Andern. Und gieb Acht, auch die reine Schönheit der Form wird ihm verloren gehen, er hat in England Carricaturen gemalt in Menge, hat sich viel Geld daniit verdient, das reizt ihn nun, das will er erjagen, er taugt für mein Kind nicht!"
„Ich fürchte, Du hast Recht, Peter," versetzte Regine traurig; „aber versprich mir, nichts zu übereilen; vielleicht findet er sich selbst wieder! Sage Adelheid noch nichts, laß sie selbst sehen, sie hat gute Augen . ."
„Wenn die Liebe sie nicht blind macht," meinte bedenklich der Bruder. „Das thut nur die Leidenschaft," versicherte Regine, „und die hat Adelheid nicht."
Und doch war Adelheid stolz und glücklich gewesen, ihren Hilmar wieder zu haben, sie hatte ihn sich immer als ihren Führer zu höherer Vollendung, als den Freund ihrer Seele gedacht, hatte immer nur ge-
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