zunehmen, der seine Ketten zu zerbrechen wagt und Schutz von ihm begehrt." Die zwiefärbige Elster gehorchte, flatterte von ei­nem Ruheplatze zum andern, und die sorgsame Emma begleitete ihren Flug so weit das Auge reichte.

Der harmlose Ratibor irrte noch immer in den Wäldern herum; die Rückkehr des Lenzes und die wieder auflebende Natur hatten seinen Kummer nur gemehrt. Er saß unter einer schatten­reichen Eiche und seufzte laut:Emma!" Alsbald gab das viel­stimmige Echo ihm diesen geliebten Namen schmeichelhaft zurück; aber zugleich rief auch eine unbekannte Stimme den [einigen aus. Er horchte auf, sah niemand, wähnte eine Täuschung und hörte den nämlichen Ruf wiederholen. Kurz darauf erblickte er eine Elster, die auf den Zweigen hin und her flog, und ward inne, daß der gelehrige Vogel ihn beim Namen rief.Armer Schwätzer," sprach er,wer hat dich gelehrt diesen Namen aussprechen?" Hierauf faßte er wüthend einen Stein und wollte ihn nach dem Vogel schleudern, als dieser den Namen Emma hören ließ. Dieser Talismann entkräftete den Arm des Prinzen; frohes Entzücken durchschaucrte alle seine Glieder, und in seiner Seele bebte es leise nach:Emma!" Aber der Sprecher auf dem Baume be­gann den Spruch. Sobald Fürst Ratibor diese fröhliche Bot­schaft vernommen hatte, so ward es hell in feiner Seele: der tödtliche Gram, der die Sinne umnebelt und die Federkraft der Nerven erschlafft hatte, verschwand, er kam wieder zu Gefühl und Besinnung und forschte mit Fleiß von der Glückvcrkünderin nach den Schicksalen der holden Emma; aber die gesprächige Elster konnte nichts als mechanisch ihre Lektion ohne Aufhören wieder­holen, und flatterte davon. Schnell eilte der auflebende Ratibor zu seinem Hoflager zurück, rüstete eilig das Geschwader der Rei­sigen, saß auf und zog mit ihnen hin ans Vorgebirge seiner gu­ten Hoffnung, das Abenteuer zu bestehen.

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