Emma hatte indessen mit weiblicher Schlauheit alles vorbe­reitet, ihr Vorhaben auszuführen. Den folgenden Morgen kurz vor Sonnenaufgang trat sie geschmückt wie eine Braut hervor, mit allem Geschmeide belastet, das sie in ihrem Schmuckkästlein gefunden hatte. Ihr blondes Haar war in einen Knoten geschürzt, welchen eine Myrthenkrone überschattete, der Besatz ihres Klei­des flinkerte von Juwelen, und da ihr der harrende Gnom im Lustgarten entgegenwandelte, bedeckte sie züchtiglich mit dem Ende des Schleiers ihr schamhaftes Gesicht.Himmlisches Mädchen!" stammelte er ihr entgegen,weigere mir nicht länger den beja­henden Blick, der mich zum glücklichsten Wesen macht, das jemals die Morgcnsonnc bestralt hat." Hierauf wollte er ihr Antlitz ent­hüllen, um sein Glück aus ihren Augen zu lesen; denn er erdrei­stete sich nicht, ein mündliches Geständniß zu erpressen. Das Fräulein aber machte ihre Schleierwolke noch dichter und ant­wortete gar bescheiden:Vermag eine Sterbliche dir zu wider- stehn, Gebieter meines Herzens? deine Standhaftigkeit hat obge­siegt. Nimm dies Geständniß von meinen Lippen!" Er erwi­derte:Fordere einen Beweis meiner Treue oder des Gehor­sams!"Es sei also!" beschloß die schlaue Emma,ich heische nur einen Beweis deiner Gefälligkeit. Gehe hin und zähle die Rüben alle auf dem Acker; mein Hochzeittag soll nicht ohne Zeu­gen sein, ich will sie beleben, damit sie mir zu Kränzeljungfrauen dienen: aber hüte dich mich zu täuschen und verzähle dich nicht um eine; denn das ist die Probe, woran ich deine Treue prüfen will."

So ungern der Gnom in diesem Augenblick von seiner Braut schied, so gehorchte er doch sonder Verzug, machte sich rasch an sein Geschäft und hüpfte hurtig unter den Rüben herum. Emma hatte ihn nicht sobald aus den Augen verloren, als sie zur Flucht Anstalt machte. Sie hielt eine saftvolle, wohlgenährte Rübe in

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