Bereitschaft, welche sie flugs in ein wüthiges Roß mit Sattel und Zaum umwandelte. Nasch schwang sie sich in den Sattel, flog über die Haidcn und Steppen des Gebirgs dahin, und der flüch­tige Pegasus wiegte sie ohne zu straucheln auf seinem sanften Rü­cken hinab ins Maientjal, wo sie dem geliebten Ratibor, welcher der Kommenden ängstlich entgegen harrte, sich fröhlich in die Arme warf.

Der geschäftige Gnom hatte sich indessen so in seine Zahlen vertieft, daß er von dem, was um und neben ihm geschah, gar nichts wußte. Nach langer Mühe und Anstrengung seiner Geistes­kraft war es ihm endlich gelungen, die wahre Zahl aller Rüben auf dem Ackerfelde, klein und groß mit eingerechnet, gefunden zu haben. Ereilte nun froh zurück, sie seiner Herzensgebicterin gewissenhaft zu berechnen und durch die pünktliche Erfüllung ihrer Befehle sie zu überzeugen, daß er der gefälligste Gemahl sein werde. Mit Selbst­zufriedenheit trat er auf den Rasenplatz; aber da fand er nicht, was er suchte; er lief durch die bedeckten Lauben und Gänge. Auch da war nicht, was er begehrte. Er kam in den Palast, durch- spähte alle Winkel desselben, rief den holden Namen Emma aus, den ihm die einsamen Hallen zurücktönten, begehrte einen Laut von dem geliebten Munde; doch da war weder Stimme noch Rede. Das siel ihm auf, er merkte Verrath. Flugs warf er die schwer­fällige Verkörperung ab, schwang sich hoch in die Luft und sah den geliebten Flüchtling in der Ferne, als eben der rasche Gaul über die Grenze setzte. Wüthend ballte der ergrimmte Geist ein paar friedlich vorüberziehende Wolken zusammen und schleuderte einen kräftigen Blitz den Fliehenden nach, der eine tausendjährige Greuzeiche zersplitterte: aber jenseit derselben war des Gnomen Rache unkräftig, und die Donnerwolke zerfloß in einen sanften Haiderauch.

Nachdem er die obern Luftregionen verzweiflungsvoll durch­kreuzt, seine unglückliche Liebe den vier Winden geklagt und seine

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