nun, Bösewicht!" donnerte der Stadtvogt,erfrechst du dich noch den Raub zu läugnen?"Erbarmung! gestrenger Herr Richter," winselte er auf den Knien mit hochaufgehobenen Händen,alle Heiligen im Himmel ruf ich zu Zeugen an, daß ich unschuldig bin an dem Raube, weiß nicht, wie des Juden Seckel in meinen Wat- sack gekommen ist, Gott weiß es."Du bist überwiesen," re­dete der Richter fort,der Seckel zeiht dich genugsam des Ver­brechens, thue Gott und der Obrigkeit die Ehre und bekenne frei­willig, eh der Peiniger kommt, dir das Geständniß der Wahrheit abzufoltern."

Da der Peiniger im Begriff war ihm die Daumenstöcke anzu­legen, bedacht' er, daß es ihn untüchtig machen würde, jemals wieder mit Ehren die Nadel zu führen, und eh er fein Lebenlang ein verdorbncr Tropf bleiben wollte, meinte er, es sei besser der Marter mit einenmale abzukommen, und gestand das Bubenstück ein, davon sein Herz nichts wußte. Er wurde hierauf zum Strange verurtheilt, welcher Rechtsspruch zu Pfleguug prompter Justiz und zur Ersparung der Azungskosten gleich Tags darauf bei frühem Morgen vollzogen werden sollte.

Alle Zuschauer, welche das hochnotpeinliche Halsgericht her­beigelockt hatte, fanden das Urtheil gerecht und billig: doch keiner rief den Richtern läutern Beifall zu, als der barmherzige Sama­riter, der sich mit in die Kriminalstube eingedrungen hatte. Schon am frühen Morgen lauerte er am Hochgericht in Rabengestalt auf den Leichenzug; aber diesmal harrte er vergebens. Ein frommer Ordensbruder bat um einen dreitägigen Aufschub, den er dem from­men Magistrat nicht ohne große Mühe abzwang. Als Rübezahl davon hörte, flog er ins Gebirge, die Zeit der Hinrichtung daselbst zu erwarten.

In diesem Zeitraume durchstrich er nach Gewohnheit die Wäl­der und erblickte auf dieser Streiferei eine junge Dirne, die sich

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