Marquise lag auf dem Lager, ein Bild des schauervollften Todes. Die Züge vom schmerzvollen Todcskampf enrstellt, das Auge gebrochen, die entblößte Brust von Dolchstichen durchbohrt, das Gewand und die seidenen Kissen des Lagers von Blut getränkt.

Lange dauerte es, ehe sich die Männer etwas fassen konnten. Der Polizeilentnant ermannte sich zuerst und fuhr wüthend auf.

Das ist ja entsetzlicher als entsetzlich!V rief er. Haben hier Menschen gehaust, oder wilde Bestien und Teufel? Muß Jugend und Schönheit fo vernichtet werden!"

Auf," schrie Lecoq, wüthend nach dem Degen grei­fend,dieses edle Blut muß gerächt werden. Fort, setzt nach, haut Alles nieder, was sich widersetzt. Solche Bluthunde verdienen keine Schonung!"

Der zornige junge Mann wollte fortstürmen, aber Reynie hielt ibn zurück.

Halt," sprach er,und sehen wir fürs Erste, was aus dem Marquis geworden ist."

In diesem Augeirblick erschien Rougemont mit ver­bundenem Haupt und auf einen Diener gestützt, an der Thüre; kaum aber hatte er einen irren Blick auf das Jam­merbild geworfen, als er sich von dem Diener losriß und lautaufschrciend über die blutige Leiche der geliebten Gattin stürzte, wo er halb ohnmächtig liegen blieb.

Stumm standen die Männer um ihn, stumm die Die­ner, welche sich wieder aus ihren Schlupfwinkeln hervor- gewagt. Niemand wagte ein Wort zu sprechen; die Todtcnstillc in dem Gemach wurde nur durch das krampf­hafte Schluchzen des Marquis unterbrochen.

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