198

150. Der Brombeerstrauch und der Gärtner.

Ein Brombeerstrauch sprach einst zu dem Gärt ner: ..Wenn sich nur jemand meiner annähme, mich in die Mitte eines Gartens pflanzte, mich ..begösse und pflegte, ich würde auch ein edler »Baum werden, Könige würden meine Blüthe .. bewundern und meine Frucht genießen.*

Der Gärtner pflanzte ihn mitten in seinen Garten in das beste Land, begoß ihn täglich zwei­mal, und pflegte ihn aufs Beste.

Da wuchs der Brombeerstrauch üppig auf, und breitete seine dornigen Ranken über alle Bäume, die umherstanden, und aus dem Bodeu keimten überall neue Sprößlinge, und bedeckten mit dorni­gen Ranken den Boden und allmählig den ganzen Garten, daß man nicht mehr darin gehen konnte.

Ze mehr man einen Bösen ehrt, desto mehr nimmt seine Bosheit zu, und jemehr man ihm wohlthut, mit desto größerm Undanke lohnt er.

(Nach Lvkmann.)