VS
Nicht allein der Leidenschaften Spiel, Sondern alles, alles hat sein Ziel;
Was die Erde schuf und Sinne fassen, Muß vergeh'n, verblühen, muß erblassen; Alles was Natur dem Menschen gab, Sinkt metamorphosisch einst hinab.'
Ruft der Tod den silberlock'gen Greis Vom Genüsse, der ihm ward durch. Fleiß, Folgt er freudig seinem Ruf zum Grabe, Freudig greift er nach dem Wanderstabe, Von sich werfend endlich eine Last,
Und grüßt lächelnd den willkommnen Gast.
Jeder'Schmerz um den Verblichnen ehrt,
Ist der Thranen, die da fließen werth.
Kindern sind des Himmels Freuden eigen; Ettern! laßt drum eure Klagen schweigen; Denn als Saat wird hier der Mensch gestreut/ Einem schönem Leben nur geweiht»
Tönest, Glöcklern, du dereinst guch mir/
O so scheid' ich gern, recht gern von hier! Wann wird mir das Schwanenlied gesungen $ Hätt' ich schon dies hohe Ziel errungen! Wollt' ich frei dem Tod in'S Auge feh'n; Doch dein Wille, Schöpfer! soll gescheh'n.
’ 4 *

