Karmel" fein. Ich muß zwar gleich sagen, der Herr Graf mag den Schritt weniger um des Klosters willen, denn um seiner selbst thun, allein wir haben ihn in unserer Hand und reiche Opfer werden uns zufließen. Wir müssen zur Ehre Gottes arbeiten und dafür sorgen, daß seine Diener und Dienerinnen nimmer Noth leiden."

Du sprichst wahr, Bruder Ignatius, dafür müssen wir sorgen," bestätigte die Priorin,und da sind alle Mittel und Wege gleich heilig, wenn es nur im Dienste Gottes und der heiligen Jungfrau ist. Ist die betreffende junge Person willig zum Eintritte in mein Kloster?"

Pater Ignatius lächelte eigenthümlich, dann sagte er:

Des Bormunds Wille ist des Kindes Wille, was nicht willig ist, wird willig gemacht."

Leider, Bruder Ignatius," seufzte die Priorin,leider kostet es oft harten Kampf, Widerspenstige auf den Weg des Heils zu führen. Verstockte Seelen müssen mit Gewalt zur Erkenntniß des wahren Glücks geführt werden. Ich habe so eben ein Beispiel. Morgen ist der Tag, wo zwei Novizinnen das Gelübde ablegen sollen, aber die eine ist durch die Vorschule des heiligen Klosters noch so wenig zur Erkenntniß gekommen, daß sie sich weigert, das Gelübde abzulegen, daß sie aus dem Kloster entlassen sein will! O, heilige Mutter Gottes, solch ein Verlangen ist unerhört. Aber schloß sich die Pforte unserer heiligen Stätte einmal hinter Jemandem, so schloß sie sich auch auf ewig."

Nach diesen Worten schlug die Domina hastig auf die Armlehne ihres Sessels, stand dann auf und ging in sichtbarer Erregung einige Male auf und ab.

Pater Ignatius lächelte.

Wie heißt diese Widerspenstige?" fragte er dann.

Barbara Ubryk!" entgegnete die Priorin.

Bringt ihre Anwesenheit sonst noch dem Kloster einen besonderen Nutzen?" fragte der Jesuit weiter.

Die Priorin blickte den Jesuiten einige Minuten an, dann sagte sie:

Mit Barbara ist eine Himmelsbraut mehr in dem Kloster, ein Schäflein mehr vor den heulenden Wölfen der Welt gerettet, und dieses wird mir im Paradiese des Himmels einst angerechnet werden;