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und dann sind Barbara's Eltern nicht ohne Vermögen, auch hat sie noch von Seitcnverwandten zu hoffen; natürlich fällt ihr Erbtheil einst an das Kloster, und dieses arme Haus Gottes kann es sehr wohl gebrauchen."
Die Priorin schlug bei diesen Worten wieder die Augen zum Himmel und ließ hastig einige Kugeln des Rosenkranzes durch die Finger gleiten.
„Der Widerstand wird gebrochen werden," tröstete der Jesuit.
„Er muß gebrochen werden!" rief die Priorin heftig, „denn ich kann in meinem Kloster unmöglich den Scandal dulden, daß in dem Augenblicke, wo der letzte entscheidende Schritt geschehen soll, eine von meiner Heerde sich weigern wollte, diesen Schritt zu thun. Es wäre ewige Schmach für mich. Es ist mir lieb, daß Du hier bist, Bruder Ignatius, denn ich habe die Wahnsinnige rufen lassen, ihr nochmals auf das Ernsteste in das Gewissen zu reden und Du kannst meine Rede unterstützen."
Mit einem ftomm sein sollenden, aber schlauen Lächeln sagte der Jesuit seine Mithilfe zu.
„So weit es meine schwache Kraft gestattet, würdige Domina," schloß er seine Betheuerung, „werde ich gern meine Dienste dieser heiligen Sache widmen."
Die Domina nickte, sie berührte eine Glocke und befahl dann der eintretenden dienenden Schwester, die schon harrende Novizenmeisterin mit der widerspenstigen Novize eintreten zu lassen.
Nach einer Minute traten die Verlangten schon in die Zelle.
Die Novizenmeisterin war eine kleine, ziemlich behäbige Gestalt mit einem runden, rothen Gesicht, welches nicht dafür zu sprechen schien, daß die Inhaberin dieses Gesichtes sich mit der vorgeschriebenen mageren Klosterkost begnügte, sondern eher dafür, daß sie auch noch ganz andere Genüsse kenne, als weiße 'Rüben, Mehlbrei und ähnliche Fastenjpeisen. mit welchen vorschriftsmäßig die Himmelsbräute ihren Magen zu befriedigen hatten. Das Gesicht zeigte auch sonst ganz gemüthliche Züge, die etwas Schmeichelndes an sich hatten. So schien diese Person ganz geeignet, in den ihr zur Beaufsichtigung übergebenen Novizinnen Lust zum Klosterlebcn zu erwecken, und wohl nur dieser vortheilhaften, äußeren Erscheinung verdankte sie die Wahl als Novizenmeisterin, als welche sie alle neu in das Kloster eintretenden

