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Kotowsky suchte seinen dahin jagenden Freund einzuholen, und endlich gelang es ihm, Soltyk mäßigte den Lauf seines Pferdes und ließ den Freund an seine Seite kommen.

Was in aller Welt," schmählte Kotowsky,was reitest Du wie toll und blind in's Zeug hinein. Damit wirft Du weder Dir noch sonst Jemand nützen, sondern höchstens den Hals brechen, und da solltest Du bedenken, daß der Mensch nur einen einzigen Hals zum Brechen hat. Brich lieber Anderen den Hals, als den Deinen!"

Soltyk ließ den Freund schmähten, aber er schien ihm doch Recht zu geben, als Jener wiederholt behauptete, ein solcher Ritt sei un­sinnig und ganz geeignet, ohne Roth der berühmten Iagellonischen Universität zwei ihrer Bürger zu berauben. Er ließ sein Pferd in ruhigem Schritt gehen.

Nun aber, Mensch, was willst Du eigentlich thun?" fragte endlich Kotowsky den Freund.

Ich weiß es nicht," entgegnete Soltyk.Mein Kops brennt, er ist wirr und wüst, so daß mir ist, als könne ich keinen rechten Gedanken fassen. Nur das Eine schwebt mir vor: Barbara muß dem Kloster entrissen werden, jenem Orte, wo sie nur ibr Unglück finden kann. Mir ahnt es, sie wird dort elend, grenzenlos elend werden, und eine Stimme ruft mir zu: es sei meine Pflicht, dieses zu verhindern."

Wie aber willst Du dieses in's Werk setzen?"

Ich weiß es eben nicht."

llnd ich jetzt auch noch nicht, obwohl ich sonst nicht auf den Kopf gefallen bin. lieber die hohen Mauern kannst Du nicht stiegen, durch die vergitterten Fenster auch nicht kriechen, um Dein Liebchen herauszuholen, und jetzt sind auch nicht mehr die alten Zeiten, wo mau mit einem Trupp Knappen dieses oder jenes Kloster im Morgengrauen stürmen und eine beliebige Nonne herausholen konnte, um sie nach irgend einem Felsenneste zu führen."

Leider wahr!"

Al>o siehst Du, daß jetzt doch nichts zu machen, am wenigsten etwas mit Gewalt zu erzwingen ist, und Du Dir also zur Rückkehr nach Krakau vollkommen Zeit nehmen kannst. Sage mir lieber nochmals, wie es sich zwischen Dir und jener Barbara eigentlich ver-