hielt, daß es nun so kam. Bisher gingst Du immer leichthin und unbestimmt darüber hinweg/'

Obgleich Soltyk anfangs wenig geneigt schien, den Wunsch des Freundes zu erfüllen, that er es zuletzt doch, und während sie lang­sam neben einander nach Krakau zu ritten, dessen Lichter ihnen schon entgegen glanzten, begann Soltyk seine Erzählung.

Constantin Soltyk war der Sohn einer angesehenen Familie, aber nicht so bedeutend mit Glücksgütern bedacht. Während er sich in Wangrow bei Verwandten aufhielt, lernte er bei einem Balle Barbara Ubryk kennen und die ausgezeichnete Schönheit derselben machte den lebhaftesten Eindruck auf ihn; auch Barbara fand gleich anfangs Gefallen an dein jungen Manne, der nun Zutritt zu der Familie suchte, aber schwer fand, denn man war ihm wenig geneigt, da er jung und noch aussichtslos den Eltern keine passende Partie für die Tochter schien. Auch mochten Verleumdungen gegen ihn aus- gestrcut sein, doch wußte Soltyk darüber nichts Näheres anzugcbeu. Nur so viel ward ihm als Knude, daß Barbara wegen ihm die heftigsten Kämpfe mit Eltern und Geschwistern gehabt und ihm selbst war ziemlich deutlich das Haus untersagt worden. Dann war plötz­lich ein Brief von Barbara gekommen, in welchem sie ihm sagte, daß sie gezwungen worden, auf ihn zu verzichten und nun auch keinem Anderen angehören wolle; sie nahm Abschied von ihm.

Der Brief athmete Helle Verzweiflung/' schloß Soltyk,er zeigte völlige Trostlosigkeit, aber auch Entschlossenheit zu äußersten Schritten. Er deutete zugleich auf Iutriguen hin, die gespielt worden seien, aber sagte darüber nichts Bestimmtes. Ich eilte sofort nach Wangrow, kam aber zu spät, denn Barbara war bereits verschwunden, in ein Kloster begraben, in welches, konnten mir Die, welche ich fragte, nicht sagen; die Eltern und Verwandten Barbara's wußten es wohl, aber alle Versuche, Aufklärung zu erhalten, schlugen an der starren Schweig­samkeit fehl; man vermuthete in Warschau, in Wilna, in Lemberg oder sonst wo, aber eben auf Krakau, wo doch so viele Klöster sind, dachte Niemand, aus dem Grunde wohl, weil ich mich hier befand."

Hast Du aber nicht über jene geheimen Intriguen Erklärung erhalten?" fragte Kotowsky.

Auch nicht," erwiderte Soltyk,nur das Eine vermuthet man, daß das geistliche Element dabei thätig gewesen sein könnte, denn