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Du Arme," sprach sie nach dem kurzen Klostergruße,wie siehst Du aus? Du bist krank!"

O ja," entgegnete Iosepha mit gepreßter Stimme,nicht nur krank bin ich, ich fühle es auch, daß der Tod an meinem Herzen nagt und er meinem Leben vor der Zeit ein Ende machen wird."

Verbanne diese Gedanken, Schwester," mahnte Barbara,ist man noch so jung, so klingen sie nicht schön."

O doch," sagte Iosepha mit bitterem Lächeln,der Gedanke an Befreiung von einem Zwange ist immer schön, und hat man sonst keine Aussicht, befreit zu werden, so grüßt man den Tod als alleinigen und sicheren Befreier mit Freuden."

Es kann auch noch ein anderer Befreier kommen!"

Hier nicht, denn das Gelübde bindet, und man ist verzweifelt wachsam, daß es nicht gebrochen wird, selbst in Gedanken, und man straft die Vergehen, wie Du an mir gesehen."

Du Arme."

Iosepha warf einen dankenden Blick auf Barbara, einen wilden auf die Zellenwände und murmelte:

O, diese schrecklichen Wände!"

Dann aber fuhr sie fort:

Mein Rücken schmerzt noch von der liebevollen Strafe, die mir von unserer Tyrannin zuerkannt wurde in der Hoffnung, mir dadurch Liebe zu dem Klosterleben und Frömmigkeit einzupeitschcn, und mein Leib blutet von dem Stachelgürtel, den mir die Hände der liebenden Schwestern umlegten, damit er Gott und seinen Heiligen gefällige Gedanken in mir anstachele. Aber er erreicht nur das Gegcnthcil von dem beabsichtigten Zwecke, er stachelt Zorn und Haß in mir auf, und nur das Eine kann ich so recht aus Herzensgründe beten: Herr, erlöse mich von dem Nebel. Dieses Nebel aber ist das Kloster."

Erschöpft schwieg Iosepha, und mit steigendem Mitleid schaute Barbara auf die Leidende, es traten ihr selbst Thränen in die Augen.

Iosepha öffnete die Kutte etwas, sie zeigte, daß sie den Gürtel auf bloßem Leibe noch trug, die Haut um den Gürtel war geröthet.

Sieh', sagte sie dabei,sieh' diesen Martergürtel! Er raubte mir den Schlaf, er raubt auch die Ruhe bei Tage, denn wie ich mich auch bewege, die Stacheln dringen in den Körper und ver­wunden denselben immer wieder auf's Neue, so daß die Pein