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fühlte gleiche heiße Gluth gegen Josephs, er liebte sie täglich mehr, sowohl wegen den Reizen des Körpers, als wegen den Vorzügen des Geistes und des Herzens, und wegen der Geduld und Sanstmuth, mit welcher sie Alles ertrug, was ihr Widerwärtiges angethan wurde.

So kam ein entscheidender Abend. Stanislaus und Josepha hatten sich an einsamer Stelle des Schloßgartens getroffen, sie hatten sich in ein trauliches Gespräch eingelassen, hier entschlüpfte ihm das Geständniß seiner Liebe und er bat um Gegenliebe; Josepha aber, umschlungen non des Jünglings Armen, hatte ihm gleichfalls ge­standen, wie heiß sie ihn liebte, wenn auch hoffnungslos.

Weshalb hoffnungslos?" hatte Stanislaus gefragt.

Bedenke Deinen Stand und den meinen," entgegnete Josepha. Du der Graf, der reiche Erbe, ich die Arme, die Namenlose, die Dienerin."

Du hast den Adel des Herzens für Dich!"

Vielleicht genügt dieses in Deinen Augen, aber nie in den Augen der Welt."

Was frage ich nach der Welt?"

Deine Eltern fragen gewiß danach! Was würden diese sagen?"

Meine Eltern lieben mich!"

Eben so sehr lieben sie aber wobl auch ihren Namen und werden denselben nicht mit dem meinen in Verbindung genannt wissen wollen."

Ist Dein Name nicht ein ehrlicher und deshalb auch ein ehren- werther?"

Er ist es, allein es ist ein dunkler, unbekannter Name, keine Ahnen, keine Wappenschilder stehen mit ihm in Verbindung."

Dann kommt er durch die Verbindung mit meinem Namen auch mit diesen Sachen in Verbindung," entgegnete Stanislaus heftig.

Stanislaus bemühte sich dann, alle Bedenklichkeiten des Mädchens zu widerlegen, es zu Überzeugen, daß ihre Vesorgniß sehr unbegründet sei und ihm das, was ihr so schwer scheine, zuletzt leichter gelingen werde, als sie denke. Er that so sein Möglichstes, sie zu beruhigen; er führte ihr zahlreiche Beispiele von ähnlichen Verbindungen zwischen den höchsten, selbst fürstlichen Familien, und scheinbar ganz dunklen, unbedeutenden vor. Er erwähnte selbst, daß auch in seiner Familie schon solche Fälle vorgekommen, ohne daß man je gehört, diese

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