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„Er wartet!" war die kurze Antwort.
„Aber wo?"
„Hm, das wird sich zeigen."
„Warum wollt Ihr mir es nicht gleich sagen?"
„Weil mir es verboten ist."
„Weshalb verboten?"
„Ich weiß es nicht und frage auch nicht!"
Mehr war von dem Manne nicht zu erfahren. Immer weiter und weiter ging die Fahrt, wie es schien in rastloser Eile, und Io- sepha ward immer besorgter. Sie suchte mit ihrem unbekannten Begleiter wieder ein Gespräch anzuknüpfen und fragte:
„Sonst kam Stanislaus zu mir, warum nicht auch jetzt?"
„Die Verhältnisse haben sich geändert," war die kurze Antwort.
„Es ist doch nichts geschehen, was Gefahr bringt?" fragte Io- sepha mit leisem Zittern.
„Ich denke nicht," entgegnete der Begleiter. „Eher geschah etwas, was Rettung bringt."
Diese Antwort klang für Iosepha fast beruhigend; daß verschiedene Verhältnisse sich bedenklich gestaltet hatten, wußte sie sehr gut, und wenn sich wenigstens einige dieser Verhältnisse besser gestalteten, so konnte ihr dieses nur erwünscht sein.
Wieder verging fast eine Stunde in rastlosem Weiterfahren; der Weg war oft schlecht, Iosepha fühlte es an den Stößen des Wagens; sie stellte an ihren Begleiter wieder Fragen, suchte ihn zur Sprache zu bringen, erhielt aber keine Antwort; er schien zu schlafen, obgleich es kaum möglich war, daß bei diesen heftigen Stößen des Wagens Jemand hätte schlafen können. Der Mann nahm also nur die Maske eines Schlafenden an, um des Antwortens überhoben zu sein.
Nun schwieg Iosepha auch.
Mitternacht war längst vorüber, als der Wagen endlich anhielt. Es war vor einem einsamen Wirthshause, dessen Wirth herausgepocht wurde, um dem Pferde Futter zu geben. Der Wagenschlag wurde geöffnet und Iosepha ward aufgefordert, auszusteigen und dann in das Haus geführt.
Sie hoffte hier Stanislaus zu finden, allein sie täuschte sich; das Zimmer war leer, bloß der verdrießliche und verschlafene Wirth ging umher, und dann kam noch die schmuzig genug aussehende Wirthin

