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„Kann's nicht wissen," erwiderte der Waldhüter, „denn der junge Mann hat mich nicht zu seinem Vertrauten gemacht."
„Aber er hat mich doch hierher führen lassen!" rief Iosepha ungeduldig.
„Hm, hm," hustete Jener.
„Und dann muß er auch seine Verhaltungsbefehle gegeben haben," sagte Iosepha. „Nun, was soll denn eigentlich mit mir geschehen? — Mir ist auch nicht ein Wort von dem bekannt, was ich hier soll, weswegen man mich hierher geführt und was man mit mir vor hat. Nun also, was soll ich hier?"
„Abwarten, was weiter kommt," brummte der Waldhüter.
„Und was kommt?" fragte Iosepha gespannt.
„Was weiß ich," war die mürrische Antwort, „Das ist des Herrn Sache, was er mit Dir vor hat. Ich will Dir nun kurz sagen, welche Weisung man mir gegeben. — Ich soll Dich mit Allem versorgen, was Du brauchst, um leben zu können; soll aber auch keinen Fremden zu Dir lassen, blos der Pater, wenn er kommen sollte, darf zu Dir, und endlich darfst Du auch nicht den Hof verlassen, überhaupt nur unter meiner Aufsicht in's Freie gehen."
Iosepha starrte den Mann erschrocken an.
„Klingt das nicht, als ob ich eine Gefangene wäre?" rief sie schaudernd.
„Freilich sieht es bald so aus." war die sehr gleichmüthige Antwort.
„Und Du kannst dieses übernehmen?" fragte Iosepha voll Vorwurf. „Bist Du im Stande, mich gleich einer Gefangenen zu halten?"
Der Mann warf sich bei dieser Frage in die Brust, nahm eine militärische Haltung an und sagte dann:
„Ich bin ein alter Soldat, habe meine zwanzig Jahre unter der Fahne gestanden und da gelernt, den Befehlen meiner Oberen zu gehorchen. Das thue ich auch heute noch!"
„Ohne zu fragen, ob Du mit diesem Gehorsam Recht oder Unrecht thust? fragte Iosepha.
„Ein Soldat hat nichts zu fragen, nur zu gehorchen."
„Nun gut, wer hat Dir diese Befehle gegeben?"
„Mein Herr!"
„Graf Stanislaus?"
6 *

