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Erst jetzt fragte Iosepha. wohin die Reise gehe? Man ent- gegnete ihr: nach einem ruhigen Asyle, sie werde dieses am Ziele der Reise sehen und zufrieden sein.

Sie fragte die Männer nach ihrem Kinde und ob sie von dem­selben etwas wüßten, worauf ihr die Antwort wurde, auch dieses solle sie noch sehen. Auf ihre Fragen nach Stanislaus wurde ihr jedoch keine Erwiderung.

Uebrigens zeigten sich die Begleiter auf der ganzen Reise sehr einsilbig und zugleich wachsam, Iosepha glaubte das Letztere wenig­stens zu bemerken.

Länger als drei Tage dauerte die Reise; der Wagen passirte stets sehr schnell Städte und Dörfer, deren Namen Iosepha nicht erfuhr, oder die man ihr jedenfalls nicht richtig benannte. Die Rast ward stets in verhältnißmäßig abgelegenen Schänken an der Straße ge­halten, und dabei ward immer dafür gesorgt, daß Iosepha sofort einen besonderen Raum zur Wohnung angewiesen erhielt. Lange Tagerreisen wurden indessen nicht gemacht.

Am vierten Tage dauerte die Rast außergewöhnlich lange, länger als einen halben Tag blieben die Reisenden an einem Orte liegen, und als Iosepha nach dem Grunde fragte, sagte man ihr, daß die Pferde einer längern Ruhe nöthig hätten, um die Reise zu beenden, deren Ziel man übrigens diesen Abend erreichen werde. Auf weitere Fragen ging man nicht ein.

Erst als die Sonne unterging, trat man die Reise wieder an, aber sehr langsam, und Iosepha meinte, es geschehe dieses wegen den Pferden. Es ward Abend, dann Nacht, und jetzt erreichte man eine Stadt, die, wie Iosepha aus den Lichtern und dem vielen Geräusche schloß, schon bedeutend sein mußte. Sie fragte, wo sie wären?

Wir sind in Krakau!" war die Entgegnung.

Iosepha staunte, denn sie hatte keine Ahnung davon gehabt, daß sie diese Richtung verfolgt, und Krakau lag so weit, so weit von dem Wohnsitze, wo sie mit Stanislaus selige Tage verlebt hatte.

Sollen wir hier bleiben?" fragte sie weiter.

Wahrscheinlich!" klang es halb ironisch zurück.

Weiter rollte der Wagen, es ging noch eine bedeutende Strecke vorwärts. Dann hielt der Wagen und hinausschauend sah Iosepha ein düsteres Gebäude vor sich.