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Erlöschen zuneigt, das Oel, welches es nährte, ist auf die Neige gegangen, das letzte Restchen wird bald verzehrt sein."
„Du Arme!" klagte Barbara voll Mitleid.
„Jetzt bin ich arm," entgegnete Iosepha, „aber wenn mich der Tod geküßt haben wird, dann werde ich-frei sein und reich, sehr reich!"
„Auch ich," seufzte Barbara.
„Schwester Barbara," entgeguete Iosepha, ich weiß es wohl, daß auch Du in mancher Beziehung in meiner Lage bist, aber doch muß ich Dich im Verhältniß zu mir noch glücklich nennen, denn die bitteren Erfahrungen, die mich trafen, sind Dir zum größten Theile wenigstens erspart worden."
„Wer weiß, ob sie nicht noch viel bitterer kommen," flüsterte Barbara wie in banger Ahnung.
Dann aber sagte sie, indem sie Iosepha die Hand reichte:
„Schwester, wir sind eines Sinnes; wir verstehen uns. Laß uns Freundinnen sein."
„Ja, Freundinnen, wirkliche Schwestern!" rief Iosepha.
Sie fiel Barbara in die Arme, sie an die Brust zu drücken, aber sogleich stieß sie auch einen lauten Schmerzensschrei aus, die Stacheln ihres Gürtels waren ihr in den Körper gedrungen. Sie zuckte schmerzlich zusammen und seufzte:
„O, diese Marter, nicht einmal dem Gefühle der Liebe darf ich mich hingeben, ohne daß mir der Körper zerfleischt wird."
Barbara schaute erschrocken auf die Arme; sie machte eine rasche Bewegung mit der Hand, als wolle sie Josepha's Gewand zurück- schlagen und den furchtbaren Martergürtel von deren Körper reißen. Allein Iosepha wehrte sie sanft von sich ab und sagte:
„Laß das, Gute, Du würdest Dir nur Martern zuziehen un!> mir nur erneute. — Kennst Du das Kloster noch so wenig?"
Seufzend wich Barbara zurück; sie fühlte, daß Iosepha Recht hatte, daß ihre Hilfe derselben nichts nützen, vielmehr nur ihnen Beiden schaden konnte.
„Stanislaus!" seufzte Iosepha jetzt leise.
Dieses machte Barbara aufmerksam, und sie fragte, ob Iosepha keine Nachricht von Stanislaus habe, wo er sei, und wie es ihm gehe?
„O ja," entgegnete Iosepha mit bitterem Lächeln, „ich habe Kunde erhalten, denn so luftdicht ist-^as Kloster denn doch nicht ver-

