„Ist Dir es gelungen, das Vertrauen der Herrschaft vollkommen zu erwerben, Pater?"
„Ich darf mich rühmen, daß es fo ziemlich geschehen ist, besonders da Pater Florian sehr angelegentlich dafür mitwirkt."
„Ahnt man, daß zwischen Dir und Florian geheime Beziehungen bestehen?"
Wozeck lächelte listig und sein Gesicht erhielt dadurch einen ganz anderen Ausdruck.
„Ich werde mir lieber die Finger abhacken lassen, als da etwas thun, was verrätberisch sein könnte. Vor der Welt bin ich demüthig gegen Florian, erkenne ihn als meinen Oberherrn, zu dem ich sonst ganz fremd stehe. — Niemand ahnt etwas."
„Hat der Graf Deinen Vorgänger, den alten Andreas, endlich vergessen?" fragte der Jesuit weiter.
Wieder lächelte Wozeck listig.
„Vergessen? — Nein," sagte er dann. „Er denkt vielmehr an den Alten auf eine Art. daß er ihn lieber die Haut über die Ohren ziehen und dann lebendig braten möchte. Es war ein Meisterstreich, den Mann vom Dienst zu bringen. Die Briefe waren gut geschrieben, die Rechnungen gut corrigirt. Er bezahlt seine Feindschaft gegen uns mit Sibirien! — Vor einigen Tagen ist er mit abgeführt."
„Ich weiß es. Aber Du klagtest über ein Paar Diener?"
„Auch diese sind beseitigt," antwortete Wozeck mit triumphirendem Lächeln. Der Eine, der Bereiter, war schuld, daß dem Grafen plötzlich zwei der besten Pferde starben; es war seine Sache, auf die Thiere Achtung zu geben, der Graf ließ ihn durchprügeln und dann zum Teufel jagen."
Ignatius schlug ein Kreuz bei der Nennung des Teufels.
„Und bei dem Kowonsky, der auch im Wege war," fuhr Wozeck ganz gemächlich fort, „fand man ein Armband, das die gnädige Gräfin vermißt hatte. Der Kerl heulte, betheuerte seine Unschuld, aber er sitzt noch fest und seine Strafe wird ihm schon zuerkannt werden."
„Sind die Stellen wieder gut besetzt?"
„Freilich, mit sicheren Leuten; Leute, die zu fromm sind, und dabei hat sie der liebe Herrgott mit einem Brett vor dem Kopfe geboren werden lassen, so daß eher der Esel das Rechnen lernt, ehe die

