bis Drei zählen lernen. — Ich habe zwar meine Noth mit ihnen, da sie zu gar nichts anstellig sind, aber zur Ehre Gottes und unseres Ordens erträgt man wohl noch mehr."
Ignatius nickte; dann sagte er:
„Ja, der Orden verlangt Opfer, Entsagung. Der Vortheil des Ordens ist der Vortheil der heiligen Kirche, der Dortheil der ganzen Welt, die Welt muß nur lernen, diese Vortheile zu erkennen."
Wozeck verbeugte sich.
„Wie steht es nun mit dem Grafen?" forschte Ignatius.
„Hm," entgegnete Wozeck, „dieser schwankt noch bisweilen, und von seinem Entschlüsse, seine Nichte Maria dem Kloster zu übergeben, war er sogar wieder abgekommen. Es scheint, er kann sich noch immer nicht ganz von dem Gedanken trennen, die Gräfin Maria zu adoptiren und ihr dann Alles zu hinterlassen."
„Gegen diesen Plan wäre nichts einzuwenden, denn das Gut siele dann dem Kloster als Brautschatz zu. — Aber wo bliebe dann unsere Gesellschaft, die doch der Mittel zu ihrem Wirken so nöthig bedarf? Das Kloster würde nicht mit uns theilen."
„Gewiß nicht, denn in solchen Beziehungen sind die geistlichen Gesellschaften nicht sehr brüderlich."
„Es muß deshalb solch' ein Plan verhindert werden, der uns schaden könnte."
„Und er wird es auch; die gnäeige Frau Gräfin hofft iminer noch, daß sie einen Erben erhält und demnach eine Adoption gar nicht nöthig ist, um zu verhindern, daß die Güter einmal in Hände von Verwandten gerathen, mit denen die Herrschaft verfeindet lebt. Sie kann übrigens die Gräfin Maria nicht gut leiden und ist also ganz dafür, dieselbe dem Kloster zu übergeben. Pater Florian wirkt dafür und der Graf will und will wieder nicht."
„Er wird zuletzt wollen müssen. Der Wunsch der Gräfin nach einem Erben darf nie in Erfüllung gehen."
Wozeck lächelte wieder eigentbümlich und sagte dann:
„Es giebt ja Mittel, zu fördern und zu hindern, und nicht die erste Familie wäre dieses, welche ohne directe Erben gestorben."
„Der Orden soll erben! — Freilich, es ist hier auch Vieles zu bedenken. Die Güter Golchowsky's liegen theilweise im Königreiche,

