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sich von dem Studenten für verrathen holten und dadurch noch geneigter werden, sich den Wünschen zu fügen und den Schleier zu nehmen. Er sagte auch, daß, wenn man dem Mädchen jetzt sage, der Briefwechsel sei verrathen, so werde es auf neue Mittel und Wege sinnen, denselben fortzusetzen, ohne daß man es ahne, und so sei zuletzt nichts weiter gewonnen, als daß man das Paar zu neuer List angespornt habe, um die gegen dasselbe genommenen Maßregeln zu umgehen.
Man befolgte den schlauen Rath, einige Briefe fielen so in die Hände der Eltern und wurden vernichtet.
Barbara, die nichts davon ahnte, welche Intrigue gegen sie gespielt wurde, ward erst besorgt über das Schweigen Constantin's, der keinen Brief mehr beantwortete; sie glaubte, er sei krank geworden und bat ihn dringend, ihr Gewißheit zu geben. Als aber auch dann noch keine Nachricht kam, steigerte sich ihre Besorgniß, und endlich entstand in ihr Verdacht, daß eine Nebenbuhlerin sein Herz von ihr abgezogen habe. Dieses empörte sie und schmerzte sie zugleich tief.
Jetzt kanr ein Gerücht zu ihren Ohren. Jemand, der von Krakau zurückkehrte, brachte die Nachricht, daß Eonstantin Soltyk Krakau ganz verlassen habe, ohne daß man wisse, wohin er sich gewendet; wohl aber sage man, es sei die Abreise in Gesellschaft eines Mädchens geschehen.
Auf Barbara übte diese Nachricht eine vernichtende Wirkung; sie harmonirte ja ganz mit seinem ihr erst unerklärlichen Schweigen, nun wußte sie ja die Ursache, weshalb kein Brief mehr von Con- stantin kann
Barbara wußte freilich nicht, daß diese Nachricht, die sie so sehr ergriff, erlogen war, daß sie ein Werk des schlauen Geistlichen war, der auf solche Weise seinem Ziele näher kommen und sie um so eher zum Eintritt in das Kloster bewegen wollte.
Heftig erschüttert von dem Gehörten, glaubte Barbara anfangs, sie müsse vor Leid vergehen; dann wollte sie sich aufraffen und mit Verachtung auf den Treulosen schauend, nicht mehr an ihn denken, allein sie hatte ihren Kräften doch zu viel zugetraut, denn wieder und wieder stand Constantin's Bild vor ihr, und sie lebte im Widerstreit mit sich selbst, denn eine Stimme sagte ihr, es sei unmöglich, daß Eonstantin seinen Schwur also vergessen haben und treulos ge-

