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kein günstiges Licht auf dieses Haus werfen könnten, und sie wollte deshalb strenge Controle über eine jede Mittheilung halten.
Barbara unterwarf sich dieser Bedingung gern, weil sie unter keiner anderen zu Papier gelangen konnte und sie dadurch zugleich ein Mittel zur Hand hatte, etwaigen Verdacht gegen jenen Besuch zu zerstreuen.
Also schrieb sie einen kurzen Brief an eine ihrer alten Freundinnen in Warschau, sagte ihr, daß Fräulein Soltyk diesen Brief überbringe, daß sie sich mit dem Leben in dem Kloster zusriedengestellt fühle, und sie hoffe auch noch, ihr Glück zu finden, und gebrauchte noch einige fromme Worte.
Der ganze Brief war nur darauf berechnet, die Priorin zu täuschen, und es gelang ihr dieses auch, denn die sonst so scharfsichtige, strenge und mißtrauische Frau zeigte sich mit dem Schreiben vollständig befriedigt und lobte sogar Barbara wegen den guten Gesinnungen, welche sie in jenen Zeilen ausgesprochen.
Auf welche Weife sie durch dieses Schreiben hintergangen worden, ahnte sie nicht im Entferntesten, und am wenigsten, daß Barbara auf einem anderen Blatte, dessen sie sich, ohne daß es die Priorin bemerkte, bemächtigt hatte, mit hastigen Zügen einen ganz anderen Brief schrieb, der mit jenem, den die Priorin gelesen, im entschiedensten Widerspruche stand und sogar an eine männliche Person gerichtet war.
Barbara schrieb Constantin in der Kürze, welche Hindernisse sich ihren Zusammenkünften entgegengestellt hatten, vertröstete ihn auf die Zukunft, wo neue Gelegenheiten sich ihnen bieten würden, dann und wann eine Stunde zusammenzutreffen, und wenn auch nicht immer in persönlichem, so doch in schriftlichem Verkehre zu bleiben, wozu sich wohl noch mehr Mittel und Wege finden würden.
Ferner versicherte Barbara Constantin ihre unwandelbare Liebe und beklagte den ihr verhaßten Zwang, durch den sie gehindert werde, ihrer Neigung zu folgen.
Es ging Barbara wie so vielen anderen Briefschreibern auch; als sie den Brief unter manchem bangen Herzklopfen, aus Furcht vor Ueberraschung. endlich fertig hatte, genügte ihr derselbe nicht, und gern hätte sie ihn vernichtet und einen neuen, besseren geschrieben, allein sie besaß ja kein Papier mehr und sie hatte schon bei dem

