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Schreiben des ersten Briefes genug der Sorgen ausgestanden, daß sie Plötzlich gestört und dadurch ihr Schreiben entdeckt werden könnte.
Sorgfältig verbarg Barbara das Schreiben in ihrem Gewände und trug es fortwährend bei sich, denn an ihrem Körper war es allein sicher aufgehoben. — Mit Ungeduld erwartete sie nun, daß man sie wieder in das Sprachzimmer verlange.
Am zweiten Tage sagte man ihr endlich, daß jene Dame wieder in dem Sprachzimmer auf sie warte und sie von der Oberin die Erlaubniß habe, hinabzugehen und mit der Besucherin zu sprechen.
Barbara eilte hinab und fand den verkleideten Geliebten wieder vor, allein auch jetzt konnte sie mit ihm nur durch das Gitter sprechen und auch dieses nur mit Vorsicht, denn wie das erste Mal, war auch jetzt eine Ordensschwester zugegen, deren Ohren das nicht hören durften, was Barbara so gern gesagt hätte.
Die angebliche Anna Soltyk sagte, daß sie morgen abreise und es sich zum Vergnügen machen werde, der Schwester Barbara irgend einen Dienst zu erweisen oder einen Auftrag zu verrichten.
Barbara fragte nun, ob die Dame einen Brief besorgen wolle, und da sich jene natürlich mit Freuden dazu bereit erklärte, so reichte sie die Briefe durch das Gitter.
Die angebliche Dame ergriff dieselben hastig, benutzte diese Bewegung, um Barbara's Hand flüchtig zu drücken und ließ dann die Briefe, nach einem flüchtigen Blicke auf die Adresse, schnell in die Tasche verschwinden.
„Der Brief soll richtig an seine Bestimmung gelangen," sprach die angebliche Dame dabei.
„Ich hoffe," entgegnete Barbara leise, „der Brief ist schon an seine Bestimmung gelangt, da er in Deinen Händen ist."
Eonstantin verstand vollkommen, was Barbara damit sagen wollte, und auch er hätte gern noch mehr gesprochen, doch die andere Nonne, die ihre Blicke fortwährend neugierig hinter dem Schleier hervor auf das Gitter zu richten und zu lauschen schien, hinderte ihn daran. Es blieb ihm so nichts übrig, als schnellen Abschied zu nehmen.
„Ich hoffe, ehrwürdige Schwester, daß ich Dich nicht zunr letzten Male hier sehe," sagte er.

