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Erscheinung, bann ergriff er ihre Hand und führte sie zu dem Divan, auf dem sie sich jetzt niederließ.

Vorsichtig schloß der Student jetzt wieder den Deckel der Blend­laterne, stellte diese auf den Fußboden, damit kein verrätherischer Strahl das trauliche Stelldichein verrathe, und setzte sich dann neben Maria.

Das Paar batte sich gar Manches zuzuflüstern.

Johannes Kotowsky hatte seit Jahren bereits Maria gekannt, da sein Vater, ein hoher Beamter, in beständiger Verbindung mit deren Vater gewesen, die einen so freundschaftlichen Charakter ange­nommen, daß auch die Familien sich enger an sich schlossen, und Jo­hannes, dessen Munterkeit dem Grasen gefiel, bisweilen einige Zeit im gräflichen Hause zubrachte, wo er sich allerdings sehr wohl fühlte, da er dort sich allen körperlichen Hebungen hingebcn konnte, auf feurigen Rossen herumtummelnd, in Begleitung des Jägers in dem Forste streifend und Proben von Schießfertigkeit ablegend.

Bei diesen langen Besuchen hatte Johannes auch Maria kennen gelernt, die einzige Tochter des Grafen; er, einige Jahre älter wie sie und schon kenntnißreich, hatte dann bisweilen selbst ihren Lehrer gespielt und der alte Hauslehrer meinte lächelnd: er habe gar nichts gegen diesen jungen Substituten, denn derselbe wisse schon etwas und die junge Gräfin lerne bei demselben leichter, als bei ihm selbst.

Doch dieses Leben hatte einen schnellen Abschluß gefunden, denn die seit langer Zeit leidende Mutter Maria's war in einem deutschen Bade, wo sie Genesung suchte, verschieden und bald darauf war auch der Graf der Cholera erlegen.

Maria, nun in das Haus ihres Oheims gekommen, war auf solche Weise von ihrem jungen Freunde getrennt worden, über zehn Jahre hatten sie sich nicht gesehen und sich auch so ziemlrch vergessen, die wechselnden, neuen Eindrücke des Jugendlebens hatten die Er­innerungen der Kinderzeit als ferne, dämmernde Bilder erscheinen lassen, auf welchen die Blicke nur noch vorübergehend weilten.

Da wollte es der Zufall, daß während einer Ferienreise Johannes in einem Concert eine junge Dame, deren Anblick wunderbaren Ein­druck ans ihn machte, kennen lernte. Wie groß war seine Ueber- raschung, als er, sich nach ihr erkundigend, erfuhr, es sei seine Ju­gendfreundin, die Gräfin Maria Golchowsky. Von diesem Augenblicke