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Schlosse; endlich aber schlich sie leise und stets sich im Schatten haltend der weiblichen Gestalt nach.
Diese war unterdessen leichten Trittes weiter gewandelt und hatte die Richtung nach einem von dichtem Nadelholz umstandenen Pavillon genommen, öffnete die Thüre und trat geräuschlos in denselben.
Gin schwacher Lichtschimmer drang ihr entgegen, ein Mann erhob sich rasch von einem Sitze und trat auf die Kommende zu.
„Maria," flüsterte er.
„Johannes." flüsterte sie zurück.
„Gott sei gelobt, daß Du endlich kommst. Maria," sprach nun der Mann. „Mit welcher Ungeduld habe ich Deiner geharrt und schon glaubte ich. Du hättest entweder mein Billet nicht erhalten, oder Du seist sonst verhindert worden."
„Glaubst Du, ich ließe mich hindern, wenn ich Dich in der Nähe weiß?" fragte Maria.
Der Mann nahm die Blendlaterne, die aus einem Tischchen stand und von welcher der schwache Lichtschimmer ausgegangen, öffnete den Deckel und ein Heller Strahl floß durch den kleinen, aber traulichen Raum. Bei diesem Strahle sah man die festgeschlossenen und obendrein noch mit schweren Vorhängen verhüllten Fenster, die mit bunten Tapeten und Hellen Spiegeln bekleideten Wände, an denen ein sammetüberzogener Divan hinlief.
Auch die beiden Personen, die hier zusammengetroff'en waren, beglänzte dieses Licht.
Die eine war der Student Johannes Kotowsky von Krakau, der Freund Eonstantin Soltpk's.
Die andere Gestalt war die Gräfin Maria, die Reichte des Grafen Golchowsky. Maria war eine reizende Erscheinung, eine echt sarma- tische Schönheit mit schwarzen Locken und schwarzen Augen, die einen gewissen schwermüthigen Ausdruck hatten, während die Züge des interessanten Gesichts jenen leidenden Ausdruck zeigten, den man bei orientalischen Völkerschaften so häufig bei dem weiblichen Geschlechte findet. Als Maria jetzt mit leichter Bewegung das sie umhüllende Tuch etwas zurückschlug, da sah man auch, daß ihre Gestalt schlank, zart und vollkommen ebenmäßig gebaut war.
Kotowsky weidete seine Augen auf Secunden an der lieblichen

