herrlich, so rein nur der ersten Liebe wonnige Zeit zu bieten vermag. Nur einmal und nicht wieder.
„O, Maria!" flüsterte da Kotowsky der in seinen Armen ruhenden Geliebten zu, „in diesem Augenblicke ist mir es, als habe sich der Himmel auf die Erde gesenkt, nur wegen uns, um uns zu beglücken für diese und jene Welt."
„Ist denn das Paradies erschlossen?" flüsterte Maria, sich fester an den Geliebten schmiegend. „In Deinem Armen fühle ich feine Wonne."
„Ja, das Paradies!" rief da der Jüngling. „Es ist der Erde noch nicht verloren, in solcher Stunde kehrt es zurück!" — O, möchte es doch immer, ja immer so sein!"
Dieses Wort von Johannes Munde rief Maria die Gegenwart zurück.
„Ach, Johannes," seufzte sie, „leider ist es nicht immer so. Don diesem Augenblicke weicht die Wonne des Paradieses schon wieder zurück von mir und ich sehe eine Zeit der Kämpfe."
Sie war schnell aus ihrem Rausche erwacht und richtete sich in des Geliebten Armen empor.
„Maria," sprach Kotowsky ernst, „kommen nun auch die Zeiten der Kämpfe, so laß sie uns nur muthig bestehen, denn nach heißem Kampfe ist ja das durch denselben errungene Glück um so herrlicher. — Laß uns also kämpfen und hoffen."
„Ja, hoffen!" flüsterte Maria.
„Laß uns ausharren in treuer Liebe," fuhr Kotowsky fort. „Ich bin Dein für immer!"
„Und ich Dein!" klang es von Maria'ß Munde wieder.
„Schwöre mir es, Maria!" rief der Jüngling.
„Mißtrauischer." schalt da Maria, „bedarf es denn hier noch des Schwures, ist denn mein Wort nicht genug? Lag nicht mein ganzes Herz in meinem Worte? Und was willst du mehr, als mein Herz?"
Es entstand eine kurze Pause, dann sprach Maria wieder:
„Aber ich will Dir schwören! Bei Allem, was mir heilig ist, gelobe ich Dir, Dir allein zu gehören für das ganze Leben, hier und dort!"
Kotowsky leistete ihr den gleichen Schwur.

