190

widmet. Sie haben vergessen, daß ich für Sie nur noch als Beicht­kind da sein darf, sonst aber als nichts. Nun lassen Sie mich gehen. Ich will vergessen, daß Sie sich vergaßen, vergessen, was Sie mir sagten, :urz, diese Augenblicke gänzlich aus meinem Gedächt­nisse wischen. Lassen Sie es mit dieser Versicherung genug sein."

Hoch das Haupt erhoben, wollte Maria an Pater Florian vorüber gehen, allein dieser haschte nach ihrem Gewände, hielt sie fest und rief flehend:

Bleibe, Maria, nur noch ein Paar Worte!"

Nothgedrungen blieb Maria stehen, aber sie sagte mit strengem Tone:

Sie sollten daran denken, was ich Ihnen schon sagte. Doch will ich noch hören, was Sie zu sagen haben, allein nur unter der Bedingung, daß diese Worte der Art sind, daß mein Ohr sie auch vernehmen darf."

Maria" begann Florian.

Merken Sie wohl. Pater," sprach Maria ernst, ihn unter­brechend,dem Munde des Priesters steht es übel, wollte er Worte irdischer Liebe aussprechen. Der Mund des Priesters begeht, indem er jolche Worte gebraucht, eben so gut ein Verbrechen, wie das Ohr, welches solche Worte anhört, und von diesem Verbrechen will ich mich rein halten."

O wie kalt und stolz Du bist," klagte da Florian.Weshalb stößt Du mich also zurück, der ich doch Dein Freund bin? Wisse, so Du mein sein willst, kann ich Dich vor einem Loose bewahren, welches Dir droht. Man will Dich dem Kloster übergeben."

Ich weiß dieses längst."

Du aber hast keine Neigung dafür."

Ich habe diese Abneigung nie verborgen."

Nun wohl, für den Preis Deiner Liebe will ich Dich vor dem Kloster bewahren, so daß Niemand Dich zwingen kann, etwas zu thun, wogegen Dein Herz sich sträubt. Wir gehen außer Landes, ich lege mein Kleid ab und wir leben der Welt."

Kein Wort mehr, Pater," ries da Maria voll Unwillen,ich will nie in den Ruf kommen, als sei ich Ihre Verführerin gewesen, und dieser würde mich belasten, wollte ich solch' einen Vorschlag ein- gehen. Ich will vielmehr Ihre Warnerin sein, indem ich Ihnen