gekannt, und es sähe nun ganz darnach aus, daß es das Paar sehr ernst­lich meine, und unter solchen Umständen sei es freilich nicht zu erwarten, daß Maria mehr Lust zum Eintritte in das Kloster haben solle als vorher, vielmehr werde dadurch ihr Widerstand mehr und mehr gesteigert.

Ignatius wußte dieses Alles schon durch Pater Florian und Pater Wozeck; er wußte sogar noch mehr, nämlich von dem geheimen Zusammentreffen des Paares, wo sehr unerfreuliche Reden über Kloster und Klosterleben gefallen sein sollten. Er sagte dieses der Gräfin allerdings nicht, da er eben nur so weit sich auszusprechen gewohnt war, als er es für seine Zwecke für dienlich hielt.

Dieses macht nun die Sache wieder schwieriger/ sagte Ig­natius mit leisem Kopfschütteln.

Aber," warf die Gräfin ein,diese Sache kann hier wieder auch das Mittel geben, die ganze Angelegenheit schneller und be­friedigender zu Ende zu bringen."

Ignatius sah die Gräfin fragend an.

Isidora neigte das Haupt näher zu ihm herüber und begann dann wieder.

Sie wissen, lieber Freund, daß diese Maria nichts als ein Ein­dringling in meinem Hause ist, den ich allenfalls dulden würde, wenn mein Gemahl nicht verrückte Ideen in Bezug auf sie offenbarte. Heute spricht er davon, sie im Kloster zu versorgen, morgen stellt er sich, als wolle er von diesem vernünftigen Plane wieder abgehen und bringt die Idee zur Sprache, dieses Mädchen zur Erbin einzu­setzen oder wenigstens ein großes Geschenk ihr zu machen."

Eine tolle Idee," sagte der Jesuit.

Seine Hand spielte jetzt mit ihren Locken, sie ruhte auf ihrem schwellenden Nacken, ohne daß sie es hinderte.

Finden Sie das, lieber Freund,," fragte die Gräfin und sprach dann weiter:Ich muß diese Idee eine unsinnige nennen, die meine Interessen auf das Tiefste verletzt. Sie wissen, der Graf ist wohl an dreißig Jahre älter als ich, stirbt demnach eher als ich; hat er dann dieses Geschöpf zum Erben eingesetzt, so bin ich auf dessen Gnade und Barmherzigkeit angewiesen und werde wohl gar aus dem Hause getrieben. Das ist jedenfalls dann ein schreckliches Loos, wo man erst Herrin war, als Fremde hinausgetrieben zu werden.