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Isidora's Gewand hatte sich verschoben, Ignatius' Augen verirrten sich dort hin, sie trafen volle, wallende Linien, er beugte sich nieder und drückte heiße Küsse auf des Weibes Busen, welches diese Liebkosungen ruhig hinnahm, denn es waren wohl nicht die ersten derartigen Scenen zwischen ihr und dem Pater, dessen Augen immer lüsterner glühten.
„Sie werden mir also beistehen?" fragte sie nach einer Pause.
„Gewiß, herrliches Weib," betheuerte der Pater freudig.
„Sie werden ein Geschöpf aus dem Hause verbannen helfen, welches mir widerwärtig ist?" fragte Isidora weiter und fügte dann hinzu: „Denken Sie sich, Pater, die Närrin macht in Gesellschaften Anspruch auf Huldigungen und denkt mich verdunkeln zu können."
„Die Thörin," rief der Pater, „Isidora ist ja die Krone der Schöpfung."
Er wiederholte noch stürmischer seine Liebkosungen, und Isidora gab sich denselben nicht nur willig hin, sondern schmiegte sich sogar noch dichter an ihm; ihr Athem wehte berauschend um sein Gesicht. Er schien in seiner Liebesgluth wie sinnlos.
„Glückliche Stunde!" flüsterte er.
Eine, lange Pause entstand, dann richtete sich Isidora wieder auf und sagte:
„Und doch müssen wir sehen, daß die Sache mit möglichst wenigem Aufsehen in's Werk gesetzt wird."
„Das ist selbstverständlich."
„Denken Sie vorerst darüber nach, wie der Student zu entfernen ist."
„Ich denke, ich habe dieses schon gefunden!"
„Wie so?"
Pater Ignatius richtete sich bei dieser Frage empor, seine Augen gewannen einen unheimlichen, stechenden Blick und ein dämonischer Zug glitt über sein Gesicht, als er jetzt sagte:
„Rußland hat ein Sibirien!"
Isidora prallte vor Ueberraschung zurück und ein Freudenstrahl -zuckte aus ihren Blicken.
„Ha, was sagen Sie!" rief sie.
„Und." fuhr der Pater mit dämonischer Ruhe fort, „es wird

