204
nicht viel bedürfen, Jemand dahin zu bringen, besonders wenn es ein Pole und ein Student ist."
„Sie haben Recht, Pater!"
„Ist Gräfin Maria so ihres Geliebten beraubt, giebt man ihr zu verstehen, sie sei schuld an dessen Unglück, so geht sie wohl frei- willig in das Kloster, dort ihre Schuld abzubüßen. Das Spiel ist dann gewonnen."
„Ja, gewonnen!" jauchzte die Gräfin leise auf.
„Und zwar verhältnißmäßig leicht, ohne daß es scheint, als sei Zwang angewendet, und ohne daß diese Angelegenheit unangenehmes Aufsehen hervorbringt."
„O, herrlich," flüsterte die Gräfin entzückt. „Wie lohne ich Sie?"
Sie schmiegte sich wieder fester an den Pater, er umschlang sie von neuem mit aufloderndem Feuer und Beide sanken auf den Divan zurück.
„Sie sind ein Engel," flüsterte Ignatius.
Und seine Küsse brannten auf Stirn, Mund und auf dem weißen Halse Jsidora's.
„Lieber Freund," flüsterte Isidora.
Ihre Worte wurden von den Küssen des Paters förmlich erstickt, das üppige Weib schmiegte sich eng an den Pater.

