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sein Schicksal ein noch schlimmeres sein müsse als das, welches ihm erst schon bevorgestanden.

Maria hatte da wohl den Trost, daß Kotowsky wenigstens noch lebte, aber sie mußte nun mit jeder Minute eine neue Unglückskunde von ihm fürchten, denn er konnte ja den Verfolgern schon in die Hände gefallen und vor Gericht geschleppt sein.

Gräfin Isidora aber sagte höhnend:

So geht es den Unbesonnenen. Sie stürzen sich in's Verderben und ziehen Andere mit sich nach. Man wird an betreffender Stelle wohl sehr gut davon unterrichtet sein, was den Menschen hierher gezogen, und wird dieses deuten."

Ihr Blick trat dabei mit sonderbarem Ausdruck, den man sogar feindlich und drohend nennen konnte, auf Maria's Gesicht, daß diese zufammenschrak.

Maria glaubte aus den Worten ihrer Tante zu erkennen, daß dieselbe ihr Derhältniß zu Johannes durchschaut habe, daß sie vielleicht noch mehr wisse, als sie selbst ahne, und es war ihr, als ob sie auf deren Gesichte Schadenfreude lese.

Isidora aber sprach nach kurzer Pause weiter:

Wie leicht könnte es möglich sein, daß die Behörden ihre Augen auch auf die Gräfin Maria Golchowsky lenkten, als in Verbindung mit dem Hochverräther stehend und vielleicht Theilhaberin an dessen Verbrechen."

Höhnisch lächelnd ging dann die Gräfin davon, die Nichte in größter und sorgenvollster Aufregung zurücklassend. Der Tante Worte hatten zahllose neue Befürchtungen in ihr geweckt, sie sah sich an einem Abgrunde stehen und mit angstvoller Spannung erwartete sie jeden Augenblick die Hufschläge von Kosakcnpferden in dem Hofe zu vernehmen, fürchtete, die bärtigen Steppenföhne in ihr stilles Gemach eindringen zu sehen, sie fortzuführen vor das Gericht. Sie sah sich angeklagt, verurtheilt und auf dem Wege nach Sibirien.

Kurz, Maria befand sich in dem traurigsten Zustande, denn ihre Phantasie zeigte ihr schnell alle mögliche Gefahr, welcher sie und Johannes nun ausgesetzt war; es war Niemand da, der sie hätte be­ruhigen können, die Tante und Ignatius waren vielmehr bemüht, Liese Aufregung beständig wach zu erhalten.