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So vergingen einige Tage, ohne daß Maria irgend eine Beruhigung gefunden hätte, wo sie mit jeder Minute zitterte, daß ihr eine neue Schreckensnachricht werden würde, daß man komme, sie selbst vor Gericht zu laden oder in das Gefängniß zu führen. Ihr Zustand wurde fieberhaft erregt und sie machte vor Niemand ein Geheimniß mehr von ihren Gefühlen, wußte sie doch aus Aeußerungen ihrer Tante und ihres Oheims, wie des fremden Paters, daß es bekannt war, was sie überKotowsky empfand; hatte sie doch aus zürnend auf sie geworfenen Blicken gesehen, daß man ihr grolle und also dieses Verhältniß mißbillige.
Blos Pater Florian schien die junge Gräfin mit Theilnahme zu betrachten und Mitleid mit ihrer Lage zu empfinden; es war selbst, als wolle er sich ihr nähern, sie trösten und aufrichten, allein Maria vermied ihn, sie empfand geheime Scheu vor dem Manne und hielt sich fern von ihm, jedes Alleinsein mit ihm umgehend.
Da kam eine neue Nachricht. Ein Bote hatte die Kunde gebracht: der Student sei in dem Augenblicke, wo er die Grenze habe überschreiten wollen, doch noch von den Russen ereilt und festgenommen worden, er befinde sich im Kerker und in kurzer Zeit wohl auf dem Wege nach Sibirien.
Jetzt war Maria vollends in Verzweiflung, denn sie mußte nun ja Alles verloren geben. Sie befand sich in der Stimmung, wie man sie wünschte, und die Gräfin Isidora, wie der Jesuit, drangen in den Grafen, nun mit Entschiedenheit vorzugehen, der Zeitpunkt sei günstig und Maria werde sich jetzt nicht weigern, den allgemeinen Wünschen nachzukommen und in das Kloster zu gehen.
Gräfin Isidora erössnete den Feldzug gegen Maria, indem sie ihr andeutete, daß bestimmte Anzeichen vorlägen, die ihr eine baldige Verhaftung und gerichtliche Untersuchung bevorstehend erscheinen ließen, dieser könne sie nur dadurch entgehen, daß sie schnell sich entschließe, den Schleier zu nehmen.
„Ich bin aber doch unschuldig!" klagte Maria. „Was kann mir das Gericht anhaben?"
„Unschuldig hält sich jeder Angeklagte," entgegnete die Gräfin spöttisch, „und ein jeder Angeklagte glaubt, es geschehe ihm das bitterste Unrecht. — Von Dir ist es bekannt, daß Du, Deinen Stand, die Rücksichten auf Deinen guten Ruf vergessend, jede Klugheit aus
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