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„Johannes!" flüsterte sie noch.
Graf Golchowskp hatte dieses Wort gehört und sagte halblaut und mahnend: „Sibirien!"
Maria zuckte schmerzlich zusammen und verließ das Cabinet, um an Leib und Seele gebrochen sich in ihr stilles Gemach zurückzuziehen und dort die Rechnung mit der Welt und allen den von derselben gehofften Freuden abzuschließen.
Aber auch der Graf sank wie gebrochen in seinen Sessel zurück und schlug die Hände vor das Gesicht.
„Unglückliches Kind," murmelte er, „wie gern sähe ich Dich glücklich und doch muß ich so und nicht anders gegen Dich handeln, denn man zwingt mich ja mit unwiderstehlicher Gewalt dazu. — Ich habe die Wahl, Dich in das Kloster zu schicken oder mich in den Abgrund zu stürzen!— Die Höllengeister umringen mich und drohen mich zu zerreißen, wenn ich nicht gehorche. — Könnte ich diesen schwarzen Teufel niederschießen, ihn, der mich in seinen Klauen hält und mich an den Drähten zieht, daß ich willenlos seiner Weisung gehorchen muß, wie eine Marionette, ich würde mich freier fühlen. Aber darf ich es denn wagen? — Es sind ja noch mehr Mitwisser des Geheimnisses; solch ein Teufel sorgt schon dafür, daß ich von allen Seiten umgarnt bin und nicht vor, noch zurück kann, daß ich ein Opfer bringen muß, dieses Opfer aber ist — Maria. Sie wird unglücklich, ich aber werde ganz gewiß nicht glücklich."
Voll düsterer Ahnungen erhob sich der Graf und verließ das Zimmer, um durch einen wilden Ritt seinem Herzen etwas Erleichterung zu verschaffen.
Während der Graf sich mit Selbstvorwürfen quälte und nirgends Beruhigung fand, ging Ignatius zu Maria, um sein Werk zu vollenden. Er gab ihr Winke über drohende Gefahren, zeigte ihr die Pflicht, da Johannes Kotowsky doch nur wegen ihr sich in das Unglück gestürzt, diese Schuld durch Buße zu sühnen, und seiner Be- redtsamkeit gelang jetzt Alles leicht.
„Ich will ja," sagte Maria. „Sucht ein Kloster, in dem ich mich vergraben kann."
„Krakau!" sprach Ignatius bedeutsam.
„Ja, nach Krakau," rief Maria.

