Kinrmdzwanzigstes Kapitel.
Der Beichtvater.
Dort Jubel, hier Schmerz und Trauer. Der Graf grollte mit sich selbst und der Welt, er hätte gern die ihn fesselnden Ketten gebrochen, vermochte es aber nicht, denn zu sehr sah er sich umgarnt. Er fühlte sich unglücklich und noch mehr deshalb, weil er noch eine zweite Person unglücklich machen mußte. Aber er war selbstsüchtig und tröstete sich zuletzt damit, daß Maria doch eigentlich nicht unglücklich sei, und wenn sie es nur klug anfange, sie sich eine glänzende Laufbahn eröffnen könne, jedenfalls glänzender als die, welche ihr die Welt bieten könne. Im Geheimen aber verfluchte er fortwährend den Pater, der solchen Zwang auf ihn ausübte und ihn gleichsam an einem unzerreißbaren Bande hielt, und gern hätte er durch einen Gewaltstreich sich seiner entledigt, wenn er es hätte wagen dürfen, auch nur eine Hand gegen ihn aufzuheben.
Gräfin Jfidora triumphirte und zeigte sich sehr dankbar gegen den Pater Ignatius, daß er ihre Wünsche so schnell zur Erfüllung gebracht, und sie berieth sich sehr häufig mit ihm, wie auf dem nun festgelegten Grunde fortzubauen sei; aber sie sprach bisweilen auch die Besorgniß aus, daß ihr Gemahl, dessen Festigkeit sie nicht traute, trotz seines Versprechens noch zurücktreten könne. Doch immer tröstete Ignatius sie mit den Worten:
„Haben Sie keine Sorgen, der Herr Graf kann und darf nicht zurück!"
Ignatius drängte denn auch täglich den Grafen, daß er die Angelegenheit mit Maria beschleunigen möge, damit der Eintritt in ein Kloster Krakau's bald erfolgen könne, und er berief sich darauf, daß, sei die Sache beendet, so würden sich Alle so erleichtert sühlen, als wäre eine Last von ihnen abgewälzt. Er deutete zugleich ver-

