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„Seien Sie also gegen Ihre Gegner klug und zugleich gewappnet wie mit Erz," rieth der Pater.
„Und dann?"
„Benutzen Sie die Zeit zu Vorbereitungen zur Flucht!"
„Flucht? — Wohin?"
„Flucht ist Ihr einziges und sicherstes Rettungsmittel," versicherte der Pater, „und das Wohin wird sich finden. Es giebt genug der Länder, wo Sie in vollkommener Sicherheit und Freiheit athmen können und Niemand daran denkt, Ihnen irgend einen Zwang anzulegen, wo sie sogar von den Gesetzen gegen jeden solchen Zwang wirksamen Schutz erhalten können."
„Fliehen, aber unter welcher Führung?"
„Natürlich unter der meinen," sprach Florian hastig.
Wieder blickte die junge Dame den Pater forschend in das Gesicht und ihre Stirne umwölbte sich noch mehr, als sie sagte:
„Sie wollten mit mir fliehen, Herr Pater? — Bedenken Sie nicht Ihre Stellung, die Klosterstrafen, von denen Sie vorhin sprachen?"
Für den Augenblick war der Pater betroffen von diesen Worten, dann aber stürzte er plötzlich vor Maria auf die Kniee und seine Hände zu ihr hebend, rief er:
„Maria, für Dich wage ich Alles! Für Dich bringe ich selbst das größte Opfer, sei es auch was es sei. — Fordere von mir, was Du willst, und ich will es für Dich erfüllen, wenn es nur eines Menschen Kraft vermag."
Florian wollte in aufbrausender Leidenschaft die junge Gräfin umschlingen und sie an sich reißen.
Doch Maria hatte sich rasch von ihrem Sitze erhoben, sie war zurückgewichen und machte eine abwehrende Bewegung gegen den knieenden Pater.
„Stehen Sie auf," befahl sie dann in strengem Tone. „In dieser Stellung höre ich Sie nicht an!"
Pater Florian gehorchte dem Befehle; er erhob sich und trat auf die zurückweichcnde Gräfin zu, wieder die Arme nach ihr ausstreckend. Mit leidenschaftlichem Tone begann er zugleich wieder:
„Maria —"
„Still!" unterbrach sie ihn streng, „still, sage ich Ihnen. Ich bin heute noch weniger gestimmt als damals, solche Worte aus Ihrem

