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Maria hatte zwar bereits einen Brief an Kotowsky fertig liegen, allein wie es gewöhnlich zu gehen pflegt, so war es auch hier; der Brief genügte ihr nicht mehr, sie hatte noch viel mehr zu sagen und Anderes wieder in andere Form zu bringen.
Wie versprochen, erschien Michalky am anderen Tage wieder in dem Schlosse und gebrauchte als Vorwand, die gnädige Gräfin Maria habe ihn bestellt, von derselben ein Geschenk für seine Tochter in Empfang zu nehmen. Der Alte war schlau, denn ein Besuch in solcher Veranlassung konnte nicht auffallen, da man sein Verhältniß zu Maria kannte.
Michalky empfing nun von Maria den Brief und die genaueste Instruction, wie er sich dabei zu verhalten habe, und als Reisegeld 'reichte sie ihm hundert Rubel.
„Sei vorsichtig, Alter," mahnte Maria noch. „Es hängt mein Leben an der Sache!"
„Herrin," entgegnete Michalky, „vertraue auf mich; Du wirst, hoffe ich, mit Deinem Boten zufrieden sein."
Dann verließ er das Schloß.
Von diesem Augenblicke war eine neue.Verwandlung mit Maria vorgegangen, denn sie fühlte sich gehoben, sicher, voll Vertrauen, und sie mußte sich jetzt anstrengen, diese Veränderung nicht zu deutlich hervortreten zu lassen. Aber doch entging dieses den aufmerksamen Augen Florian's nicht, der dieses auch gegen Maria äußerte.
„Ich.fühle mich wohler, weil ich hoffe, nun bald frei zu sein," entgegnete Maria.
„Dann freue ich mich mit," sagte Florian, der diese Aeußerung natürlich auf sich bezog. „Ich werde die letzten Vorbereitungen so treffen, daß wir bei dem ersten günstigen Augenblick dieses Schloß und das Land verlassen. Ich freue mich dieses Augenblicks, denn auch mir wird der Aufenthalt hier unerträglich."
„Weshalb Ihnen, Florian?"
„Aus vielen Gründen. — Hier fühle ich mich beengt, denn ich darf Ihnen nicht so oft nahen, als ich wünsche. Haben wir aber dieses Haus verlassen, so schwindet auch aller Zwang, und ich kann stets in ihrer Nähe sein, Maria."
Florian schaute bei diesen Worten Maria mir Augen an, in welchen das Feuer der Leidenschaft wieder zu> glühen begann.
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