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Josephs beschäftigte sich wohl in ihren Träumen mit dem Geliebten und dem Pfände ihrer Liebe.
„Bald komme ich!" klang es wieder. „Bald — bald!"
Dann schlug sie die Augen auf, sah einen Moment wie irre um sich und starrte Barbara mit einem Ausdruck an. als kenne sie dieselbe nicht mehr; doch dann sich besinnend, schaute sie diese freundlich an, nickte ihr zu und ihre Hand matt erhebend, flüsterte sie: „Barbara — Dank — Dank Dir!"
„Was ist Dir, Schwester?" fragte Barbara, betroffen von dem eigenthümlichen Ausdrucke, mit welchem Josepha diese Worte gesprochen.
Ein mattes Lächeln umzuckte Josepha's Mund.
„O," sagte sie dann mit matter Stimme, „mir ist wohl, so eigenthümlich. wie mir noch nie gewesen, — und doch so wohl — ich möchte sagen frei, und dabei wieder so gefesselt. — Ich habe Stanislaus gesehen!"
Sie hielt einige Augenblicke inne, um frischen Athem zu schöpfen, dann fuhr sie mit noch leiserer Stimme fort: „Ja, ich habe Stanislaus gesehen und auch mein Kind. Es war von Glanz umstrahlt, es hatte schneeige Engelsflügel und lächelte mir so freundlich zu; dann klang es in süßer Harmonie in mein Ohr: wir harren Dein! —
O. welche Wonne, wenn ich aus diesem Hause hinweg bin und dann ^
in schöneren Gefilden in seliger Freiheit unter Denen wandele, die mich lieben und nicht suchen, mein Herz zu brechen! — Ö, selige Stunde."
Erschöpft von dem Sprechen schloß Josepha die Augen wieder. Doch dauerte diese Ruhe nur höchstens eine Viertelstunde, dann fuhr sie plötzlich aus ihrem Schlummer wieder auf und rief: „Barbara!"
„Was willst Du von mir, Josepha?" fragte Barbara.
„Fliehe, Barbara," fuhr nun Josepha fort, „fliehe dieses Haus, wo nur Unglück Deiner wartet! Fliehe, fliehe, denn so Du hier bleibst, umgiebt Dich Elend und Verderben, droht Dir die Kerkernacht, wo auch unter den Dir auferlegten Leiden, den Dir zugefügten Mißhandlungen Dein Geist umnachtet wird."
„Was sagst Du?" fragte Barbara schaudernd.
„Der Geist sagt mir es," entgegnete Josepha, „er umschwebt - mich, er flüstert mir zu. Dich zu warnen vor drohendem Unglück. —

