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räume. Wo sich eine Lücke zeigte, da fand auch der Schnee Eingang und der Wind pfiff durch die Gänge des Klosters mit unheimlichen Tönen, als ob klagende und zürnende Geisterstimmen wach geworden wären, die durch die Räume stöhnten. Dazu knisterte und knarrte es bald hier, bald da, es klirrte und schien zu seufzen; dann vernahm man ein scharfes Schrillen, es war die Wetterfahne, die sich, vom Winde getrieben, ruhelos um die rostigen Angeln drehte.
Mit bleichem, eingefallenem Gesichte lag Jofepha auf ihrem Lager in tiefem Schlafe, nur leise, bisweilen stockend athmend. Barbara, ein Gebetbuch in der Hand haltend, saß daneben und beobacht tete die Kranke aufmerksam. Was sie sah, machte sie unruhig, denn das Gesicht der Schlafenden kam ihr seltsam verändert vor, und wie es ihr schien, nahm die Veränderung zwar langsam, aber nach einiger Zeit doch bemerklich zu. Auch der stockende Athem war ihr auffallend, um so mehr, da es ihr vorkam, als ob von Zeit zu Zeit ein dumpfer, röchelnder Ton durchklänge. Dann aber lauschte sie wieder auf das Getöne in dem Kloster, auf das Brausen des Windes um die Mauern desselben, und die Stille ihrer Umgebung machte, daß ihr Alles um so deutlicher zu Ohren drang.
Da war es ihr, als rausche, schleiche, seufze und klage es durch die Gänge des Klosters, und sie meinte, es seien dieses die Geister der verstorbenen Nonnen, die gleich ihr und Josepha durch ein widriges Geschick, durch fremde List und durch allerhand Kunstgriffe zum Klosterleben gezwungen worden waren, ohne Neigung dazu zu haben, und die dann hier mit Verzweiflung im Herzen, vielleicht mit Gott, der Welt und sich selbst zerfallen, geendet hätten, jetzt noch, als Geister umher wandelnd, ihr verlorenes Leben beklagten und der Stätte, wo sie es verloren, fluchten. Und das Brausen des Sturmes verwandelte sich in ihrer Phantasie in die Stimmen zürnender Geister, die an den Mauern rürtelten, hinter welchen sich unter dem Scheine eines stillen, friedfertigen Lebens so viel Seelenleiden und so viel Verworfenheit verbarg. Wollten sie diese Mauern niederstürzen? O, wenn sie diejes doch thäten, dann hätte sie ja über diese Trümmern hinweg in die weite, freie Welt fliehen können.
Jetzt regte sich die Kranke und lispelte im Schlafe einige kaum vernehmbare Worte.
„Stanislaus! — Mein Kind!" — klang es leise.

