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Eine der Nonnen hatte es unterdessen doch über sich gewonnen, ganz nahe an Barbara zu treten und sie hatte sich über das Kind gebeugt, ja sie hatte es sogar berührt. Aber betroffen fuhr sie sogleich zurück und ries:Das Kind ist ja eiskalt! Es ist tobt!"

Todt!" rief die Aebtissin mit einem Ausdrucke, als sei ihr plötzlich ein Stein vom Herzen gefallen.

Du lügst, Du lügst!" schrie Barbara die Nonne an,mein Kind lebt, es schläft nur!"

Aber es ist ja kalt wie Eis und es regt sich nicht!" sagte die Nonne wieder.

Weil ihr ihm keine Vettchen geben wollt, ist es kalt." antwortete Barbara mit irrem Blicke.Wer soll sich denn in dieser Hohle erwärmen?"

Auch andere Nonnen waren mitlerweile herzugetreten, auch sie hatten es über sich gebracht, das neugeborene Kind ihrer Mitschwester genauer zu betrachten und sogar es zu berühren, trotzdem Barbara diese Berührung abzuwehren versuchte, als fürchte sie, die Nonnen könnten mörderische Absichten gegen den kleinen Körper haben, der immer noch regungslos auf ihrem Schooße lag. Das Kind, welches seit seiner Geburt noch kein Lebenszeichen von sich gegeben hatte, zuckte auch unter diesen Berührungen der Nonnen und bei den heftigen Bewegungen der besorgten Mutter noch nicht, kein Athemzug hob die kleine Brust, die Augenlider verriethen durch keine Bewegung, daß sie sich öffnen wollten. Das Kind war wirklich tobt; es war tobt ge­boren. ein Umstand, der sich leicht erklären ließ bei der Lage, in welcher sich die Mutter befand, bei den Leiden, die dieselbe seit so langer Zeit schon erduldet batte und die unmöglich ohne alle Ein­wirkung auf die Frucht unter ihrem Herzen hatte bleiben können.

Das Kind ist tobt!" lautete der allgemeine Ausspruch.

Welch ein Glück!" rief die Aebtissin, die Hände faltend.Der heiligen Jungfrau sei es gedankt, daß sie es so gelenkt hat, sie zeigt dadurch, daß sie das Kloster, welches ihrem heiligen Schutze besonders untergeben ist, nicht verlassen will. Nun dürfen wir hoffen, daß die Schmach nicht ruchbar wird und kein Schatten auf unser heiliges Haus fällt."

Ja." stimmte eine andere Nonne ein,der Teufel hat sich um- sonst bemüht, unserem Kloster vor der Welt ein Brandmal aufzudrücken.