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seine List ist gescheitert durch die Gnade der heiligen Jungfrau, welche der Frucht der Sünde daß Leben nahm, ehe sie in'ß Leben trat. Laßt uns dafür der Heiligen danken."
Aehnliche Lobgesänge stimmten auch die anderen Nonnen an. Alle freuten sich des Todes des Kindes, wodurch dem Kloster große Verlegenheit erspart wurde, denn im Kloster hätte das Kind doch nicht bleiben dürfen, es hätte müssen im Geheimen fortgeschafft und irgend wohin zur Verpflegung gegeben werden; so geheim man dabei aber auch hätte verfahren mögen, so gehörte es doch nicht zu den Unmöglichkeiten, daß durch irgend eine Zufälligkeit, die. weil nicht vorher zu berechnen, auch nicht zu vermeiden war, die ganze Sache wenigstens zum Theil verrathen wurde, und die üblen Nachreden, die man hatte vermeiden wollen, erst recht erwachten. — Barbara aber wollte nicht glauben, was ihr die Nonnen sagten; sie rief: ihr Kind lebe, es schlafe nur, man solle ihr nur Bettchen geben. Um die Nonnen von der Wahrheit ihrer Worte zu überzeugen, drückte sie das Kind an ihre Brust, rüttelte und schüttelte es erst leise, dann stärker, und rief es mit hundert Schmeichelnamen. Doch wie sie sich auch abmühte, so wollte sich doch kein Athem zeigen, die Augen blieben geschlossen, der Mund öffnete sich nicht, einen Schrei auszustoßen, kein Glied zuckte.
„Du siehst, das Kind ist tobt," sagte eine Nonne.
„Nehmt es und schafft es fort," befahl die Aebtissin. „Vergrabt es an einer heimlichen Stelle im Garten, so tief wie möglich, damit die verschwiegene Erde mitleidig die Schande decke."
Die Nonnen wollten sofort dem Befehle der Aebtissin gehorchen und Barbara das Kind vom Arme nehmen. Allein da sprang diese heftig auf, preßte den kleinen Körper mit dem einen Arme an ihre Brust und streckte den anderen abwehrcnd gegen die Andrängenden aus. „Zurück, Ungeheuer!" rief sie drohend, „zurück, rührt mein Kind nicht an! Ihr wollt es nur ermorden! Zurück, ich gebe es Euch nicht!"
„Es ist todt, wir wollen es begraben!" rief eine Nonne begütigend.
„Nein, nein, es lebt," schrie Barbara noch heftiger. „Es schläft nur!" Sie flüchtete sich in einen Winkel und setzte sich dort in Vertheidigungsstand; ihre ganze Haltung verrieth, daß sie trotz ihrer Schwäche entschlossen sei, ihr Kind, von dem sie nicht glauben

