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ja stets scharfe Augen und machte immer wenige Umstände, sie verhaftete, füllte die Gefängnisse mit wirklichen und angeblichen Verdächtigen, und das Gericht sorgte dann auch wieder redlich dafür, daß es die Gefängnisse entleerte in der Richtung nach Sibirien zu.
Zu diesem Zeitpunkte erschien Pater Ignatius wieder auf dem Schlosse des Grafen Golchowsky und ließ sich zunächst bei der Gräfin Isidora melden. Isidora empfing den Pater, wie es schien, sehr freudig, und der Pater hingegen trat mit der Vertraulichkeit auf, die durch das längere und nähere Bekanntsein bedingt wird. Ein paar Minuten nachher saß er schon auf dem schwellenden Polster an der Seite der reizenden und wie gewöhnlich in ihrer engern Häuslichkeit auch sehr üppig gekleideten Gräfin, die ihn schnell in eine lebhafte Unterhaltung zu verflechten wußte, während der er ihr immer näher und näher rückte, bis er dicht gedrängt an ihrer Seite sich befand und seine Hand vertraulich auf ihren blendenden Schultern ruhte und mit den dick herniederfallenden Haarflechten spielte. Das Gespräch kam bald auf den Grafen.
„Denken Sie sich das Ungeheuer!" rief Isidora lebhaft. „Es sind doch schon mehrere Jahre verflossen, seit die liebenswürdige Nichte in dem Kloster ist. Sie hat unterdessen ihre Novizenzeit überstanden, ist Ordensschwester geworden, hat eine Laufbahn vor sich, die sie zur Aebtissin hinauffübren kann, eine Stellung, wie sie dieselbe in der profanen Welt nie hätte erringen können, und doch ist das Ungeheuer von einem Gatten dadurch noch nicht zufrieden gestellt, er bereut es sogar, daß er Maria den graden Weg zu irdischen Ehrenstellen und zur Erhöhung im Himmel mit angebahnt und gebehrdet sich, als habe er damit ein Verbrechen begangen. Kann man sich größere Verrücktheit denken?"
„Ich nenne es Verblendung!" antwortete der Pater einfach.
„Zu mild, zu mild, mein Freund," rief Isidora fast unmuthig. „Ich kann es mit keinem sanfteren Namen bezeichnen, als ich eben schon gethan. Ich habe es mit eigenen Ohren gehört, daß der Graf sagte: seit Maria fort wäre, sei kein Glück mehr für ihn, er fühle sich jetzt noch so mancher lieben Gewohnheit beraubt und so er es vermöchte, würde er mit Freuden Maria aus dem Kloster retten und in sein Schloß zurückführen."
„Sagte dieses der Graf so deutlich?"
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