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„Fast noch deutlicher, als ich es hier sage."
„Dann muß ich es allerdings stark nennen, sich also auszusprechen."
„Unverschämt sogar!" rief die Gräfin, indem ihr Gesicht zornig aufloderte. „Unverschämtheit ist es, dieses mir in das Gesicht zu sagen, denn er sagt mir ja damit, daß ich ihm gar nichts, auch gar nichts bin, jene Maria ihm aber Alles ist. Himmel und Hölle, wenn er gegen diese Maria solche Gesinnungen gehegt, weshalb hat er nicht lieber gewartet, bis sie berangewachsen, und sie dann geheirathet?" Isidora brach bei diesen Worten in ein grimmiges Lachen aus.
Ignatius sah aus Allem, was die Gräfin sagte und that, daß sie im höchsten Grade eifersüchtig war. Ihre blitzenden Augen, der bittere Ton ihrer Stimme, das Zucken des schönen Mundes, Alles deutete dieses an. Daß solche Gefühle überhaupt in der Gräfin Brust immer vorherrschend waren, wußte er so ziemlich genau, denn dieses war nicht der erste derartige Ausbruch gegen ihn, und er mußte sich sagen, daß Niemand weniger Grund zur Eifersucht habe, als eben Isidora, die ja selbst nichts weniger war, als ein Muster ehelicher Treue. Für ihn konnte es übrigens gleichgiltig sein, ob Isidora eifersüchtig auf ihren arg betrogenen Gatten war, oder nicht. Er legte seinen Arm um ihren schlanken Leib, zog sie noch enger an sich und sein heißer Mund glühte auf den runden Schultern, auf der weichen Brust, wie schon oft, und Isidora duldete diese Vertraulichkeiten, als ob sie dem Pater überhaupt ein Recht darauf zugestanden hätte.
Nach einer Pause sagte Ignatius tief aufathmend: „Engel, ich kann es nicht begreifen, wie der Graf blind gegen alle diese Reize sein und nach Anderen schauen kann, während er doch die in jeder Hinsicht Vollkommenste ihres Geschlechts an seiner Seite hat, und in ihrem Besitze dastehen könnte, beneidet von aller Welt."
Isidora mochte denn doch wohl fühlen, daß sie diese Lobsprüche des Paters nicht so sehr verdiene, sie vielmehr von Manchem das Gegentheil war, denn sie schlug die Augen nieder und schaute gitr Erde, wobei ein verlegenes Lächeln nur ihre Lippen spielte.
Noch fester preßte der Pater das schöne Weib an sich und flüsterte wieder: „Herrliches Weib!"
„Und der Graf?" fragte Isidora.
„Ist ein unbegreiflicher Thor!" entgegnete Ignatius.

